Freitag, 2. Dezember 2016

Kriseninvestment Anleger sollten Gold meiden - und Minen-Aktien auch

Goldpreis: kurzfristiger krisenbedingter Anstieg

Wenn Zehntausende russische Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen werden und wieder amerikanische Bomben im Irak fallen, steigt der Goldpreis. Doch Anleger sollten die Finger davon lassen.

Gold wird seinem Ruf als Krisenmetall einmal mehr gerecht. Ukraine-Krise, Irak-Krise, Staatsschuldenkrise, Bankenkrise - sie alle sind keineswegs ausgestanden. Mancher Investor könnte daher versucht sein, auf den anfahrenden Zug aufzuspringen und auf eine längerfristige Erholung des Goldpreises zu setzen. Dies könnte jedoch ein teurer Fehlschluss sein.

Gold Börsen-Chart zeigen hat vor ziemlich genau drei Jahren, im September 2011, sein historisches Hoch bei etwa 1900 Dollar pro Feinunze erreicht. Seither ist der Preis unter Schwankungen auf ein Niveau um die 1300 Dollar gesunken und hat diese Marke zuletzt mindestens ein Dutzend mal über- oder unterschritten. Die verschiedenen krisenbedingten Ausbrüche gingen jedoch kaum über die 1400 Dollar hinaus und führten in kurzer Zeit wieder an die 1300er-Marke zurück.

Dies zeigt, dass keine der verschiedenen Krisen stark genug ist, um dem Kurs wesentliche Aufwärtspotenziale zu erschließen. Regelmäßig kommt im Bereich von ungefähr 1400 Dollar Verkaufsdruck auf. Diese Seitwärtsbewegung ist eher eine Konsolidierung im Abwärtstrend als der Boden eines neuen Anstiegs.

Der Goldpreis bewegt sich in sehr langfristigen Zyklen und gegenläufig zum allgemeinen Zyklus der Aktienmärkte.

  • Am Aktienmarkt gab es zwischen 1982 und 2000 einen großen Anstieg; Gold sank zwischen 1980 und 1998 von 850 auf etwa 250 Dollar.
  • Zwischen 2000 und 2013 stagnierten die wesentlichen Aktienmärkte per Saldo und mit großen Schwankungen; Gold stieg ab 2001 über zehn Jahre hinweg bis auf 1900 Dollar.

Der kontinuierliche Anstieg der Aktienkurse in den letzten fünf Jahren und der Fall des Goldpreises seit etwa drei Jahren deuten auf ein Anhalten dieser gegenläufigen Entwicklung hin.

Der Schlüssel für die Weiterentwicklung des Goldpreises könnte im Dollarkurs Börsen-Chart zeigen liegen. Gold neigt dann zur Stärke, wenn der Dollar schwach wird. Durch die kräftige wirtschaftliche Erholung in den USA sehen wir jedoch seit einiger Zeit eine tendenzielle Stärkung des Dollar gegenüber dem Euro und auch gegenüber den Währungen wichtiger Schwellenländer. Diese Entwicklung dürfte nach unserer Meinung noch recht lange anhalten. Anleger sind daher gut beraten, Gold trotz des kurzfristigen krisenbedingten Anstiegs weiterhin zu meiden.

Auffällig ist der Anstieg einiger Goldminenaktien im Gegensatz zur Preisentwicklung bei Gold. Dies liegt daran, dass einige Minengesellschaften ihre Förderkosten stark gesenkt haben und daher stark steigende Erträge auch bei fallendem Goldpreis ausweisen. Bei weiterem Rückgang des Goldpreises dürfte jedoch auch der Einstieg an dieser Stelle gefährlich sein, da die Gewinnmargen trotz gesunkener Förderkosten dann fallen dürften.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH