Dienstag, 26. März 2019

Fondsmanager in der Krise Geschäft mit Investmentfonds bricht weltweit ein

Börse hautnah: Händler am New Yorker Aktienmarkt

Das vergangene Jahr war offenbar ein rabenschwarzes für die Anbieter aktiv gemanagter Investmentfonds weltweit. Erstmals seit 2008 mussten diese Fonds unter dem Strich Mittelabflüsse verkraften, wie die internationale Ratingagentur Morningstar ermittelt hat. Geldmarktfonds, die auf kurzfristiges Agieren am Finanzmarkt angelegt sind, hat Morningstar bei dieser Betrachtung allerdings außen vor gelassen.

Indexfonds dagegen, die passiv verwaltet werden und lediglich bestehende Indizes nachbilden, setzten ihre Erfolgstour fort. Sie verzeichneten 2018 deutliche Mittelzuflüsse.

Der gesamten Fondsbranche konnten die Indexfonds das Jahr dadurch jedoch nicht retten. Wie Morningstar berichtet, verbuchten die Anbieter aktiv und passiv gemanagter Produkte zusammen - in dieser Rechnung inklusive Geldmarktfonds - rund um den Globus im Jahr 2018 lediglich Nettomittelzuflüsse von 937 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr, als ein Wert von 2,07 Billionen Dollar erreicht wurde, bedeutet dies einen Rückgang um deutlich mehr als 50 Prozent. Das weltweite Fondsgeschäft sei eingebrochen, lautet daher das Urteil von Morningstar. Insgesamt beziffert das Unternehmen die von Fondsgesellschaften für Privatanleger verwalteten Gelder gegenwärtig auf weltweit 34,7 Billionen Dollar.

Ein Spiegelbild des Rückgangs im Neugeschäft zeigt sich am deutschen Fondsmarkt. Zahlen zufolge, die der hiesige Branchenverband BVI am Mittwoch veröffentlichte, fiel das Nettomittelaufkommen der Publikumsfonds in Deutschland im vergangenen Jahr auf knapp 22 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 73 Milliarden Euro gewesen. Die rund 22 Milliarden Euro bewegen sich den Zahlen des BVI zufolge abgesehen vom starken Vorjahr sowie dem ebenfalls ausnehmend erfolgreichen Jahr 2015 allerdings ungefähr auf dem Niveau des langjährigen Durchschnitts der Nettomittelzuflüsse der Fondsbranche.

Der Analysegesellschaft Morningstar zufolge erstreckten sich die Einbußen im Neugeschäft auf beinahe sämtliche Regionen weltweit, wobei namentlich die USA sowie Europa zu nennen sind. In Asien gab es unterm Strich zwar einen Anstieg der Mittelzuflüsse, so Morningstar. Dies sei jedoch vor allem darauf zurückzuführen, dass die Bank of Japan im Rahmen ihrer lockeren Geldpolitik eine hohe zweistellige Milliardensumme in Indexfonds investiert habe.

Bemerkenswert: Trotz der im Laufe des vergangenen Jahres zunehmenden Börsenturbulenzen waren es keineswegs die Aktienfonds, die der Fondsbranche die Bilanz verhagelt haben. Mit einem Rückgang des Nettomittelaufkommens von 604 Milliarden Dollar auf 352 Milliarden Dollar hielten sie sich nach dem Urteil der Experten vielmehr noch vergleichsweise gut.

Einen herben Rückgang gab es dagegen bei den Rentenfonds, deren Nettomittelzuflüsse von 891 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf nur noch 156 Milliarden Dollar im vergangenen Jahren einbrachen. Auch in der Kategorie "alternative Fonds" gab es zudem einen heftigen Absturz.

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