Dienstag, 30. August 2016

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Finanzinvestoren suchen Mittäter Auch Lego spielte schon mal Heuschrecke

Lego-"Hulk": Die Klötzchen-Firma schluckte einen Dämmstoff-Hersteller mit Hilfe eines Finanzinvestors

Private-Equity-Fonds nehmen bei Übernahmen immer häufiger herausgehobene Co-Investoren wie Pensionskassen oder Staatsfonds an Bord. Nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Londoner Investors Coller Capital verfügen 35 Prozent der Private-Equity-Anleger über Sonderkonten, mit denen sie gemeinsam mit einem Finanzinvestor, aber außerhalb von dessen Fonds, Unternehmen kaufen können. Vor dreieinhalb Jahren waren das erst 13 Prozent. Für den Finanzinvestor hat das den Vorteil, dass er zusätzliches Geld zur Verfügung hat. Der Co-Investor wiederum kann stärkeren operativen Einfluss nehmen.

So hatte sich etwa der US-Finanzinvestor Blackstone kürzlich mit den Eigentümern des dänischen Spielzeugherstellers Lego zusammengetan, um den Dämmstoff-Hersteller Armacell zu übernehmen.

Bei kleineren Private-Equity-Anlegern, die selbst nicht als Co-Investoren auftreten können oder wollen, sorgen diese "Extrawürste" allerdings für Unmut. "Mit der Beteiligung von Co-Investoren wird das ganze Konstrukt noch komplexer. Das hat zumindest das Potenzial für Interessenkonflikte", etwa wenn es um die Investmentrendite geht, sagt Michael Schad, Partner bei Coller Capital. Denn anders als den Betreibern der Private-Equity-Fonds fehle vielen Co-Investoren die Expertise, eine Unternehmensbeteiligung weiterzuentwickeln.

Einige Co-Investoren haben das Defizit allerdings erkannt, ein Drittel von ihnen will entsprechende Experten einstellen. Damit machten sie sogar den Private-Equity-Fonds Konkurrenz, indem sie als eigenständige Investoren aufträten, sagt Schad. Das sei etwa bei kanadischen Pensionsfonds und asiatischen Staatsfonds festzustellen, die in der Vergangenheit meist nur indirekt über Private-Equity-Fonds engagiert waren. Zu den typischen Private-Equity-Anlegern gehören daneben Versicherer und reiche Familien.

An den Renditevorstellungen der Private-Equity-Anleger hat sich trotz der Dauer-Niedrigzinsen wenig geändert. 86 Prozent der 114 von Coller Capital befragten Investoren erwarten in den nächsten drei bis fünf Jahren, dass sich ihre Beteiligungen an den Fonds mit mindestens elf Prozent verzinsen. Fast ein Viertel geht sogar von mehr als 16 Prozent aus.

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ts/Reuters

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