Freitag, 1. Juli 2016

Entscheidung der Notenbank Die fünf Hebel der EZB - diesmal will Draghi liefern

Mario Draghi: Der EZB-Chef wird heute die Entscheidungen und den neuen Kurs der EZB vorstellen

EZB-Chef Mario Draghi wird heute die weitere Richtung des Dax bestimmen. Im Dezember ging es nach der jüngsten EZB-Entscheidung steil nach unten. Welche Optionen Draghi heute hat - ein Überblick.

Mit der jüngsten Entscheidung im Dezember sorgte Mario Draghi für einen Kurssturz, am heutigen Donnerstag verkündet der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Entscheidungen. Wegen der schwachen Inflation und einer befürchteten Konjunkturabschwächung wird erneut mit einer zusätzlichen Lockerung der Geldpolitik gerechnet. Welche Optionen stehen der EZB zur Verfügung und welche Probleme könnten sich ergeben?

Zinssenkungen: Erwartet wird in erster Linie, dass die EZB ihren Zinssatz auf bei ihr gehaltene Bankeinlagen weiter ins Negative senkt. Geschäftsbanken müssten dann einen noch höheren "Strafzins" für bei der Notenbank deponierte Gelder zahlen. Das soll die Institute anregen, mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Zudem könnte über weiter fallende Kurzfristzinsen der Euro abwerten, was Ausfuhren verbilligen und Einfuhren verteuern würde. Das wiederum könnte Konjunktur und Inflation anschieben.

Gestaffelter Strafzins: Um die Belastung der Banken durch den "Strafzins" zu mildern, könnte die EZB nur bestimmte Bankeinlagen mit Negativzinsen belegen. Denkbar wäre etwa, dass die Banken erst ab einer gewissen bei der EZB gehaltenen Summe Strafzinsen zahlen müssen, der Minuszins ab dieser Summe aber höher ausfällt als bisher. Die höchsten EZB-Guthaben halten zurzeit Banken aus Deutschland und Frankreich. Sie wären von einer Verschärfung am stärksten betroffen.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH