Sonntag, 21. Oktober 2018

Währung auf Dreijahreshoch Warum der Euro steigt - und womöglich weiter steigen wird

Euro vor Dollar: Die Europäische Währung macht gegenüber der amerikanischen seit einem Jahr Boden gut

Am Devisenmarkt setzt sich 2018 fort, was bereits Anfang 2017 begonnen hat: Der Euro Börsen-Chart zeigen gewinnt gegenüber dem Dollar Börsen-Chart zeigen an Boden. Am Montag stieg die europäische Währung gegenüber der US-amerikanischen erneut. Ein Euro kostet gegenwärtig mehr als 1,22 Dollar - so viel, wie seit mehr als drei Jahren nicht.

Als unmittelbarer Auslöser des jüngsten Euro-Anstiegs gilt die Einigung von CDU/CSU und SPD in Berlin auf Verhandlungen zu einer neuen Großen Koalition. Dadurch verbessere sich die Aussicht auf eine stabile Regierung in der wichtigsten Volkswirtschaft der Euro-Zone, wie es am Markt heißt. Das Vertrauen der Investoren in den Euro sei daher gestärkt.

Eine wichtigere Rolle dürften zudem die positiven Signale spielen, die aus der Wirtschaft der Euro-Zone kommen, und die für eine weitere konjunkturelle Erholung in nächster Zeit auch in den schwächeren Regionen sprechen. Dies erhöht die Attraktivität hiesiger Kapitalmärkte beispielsweise für Aktieninvestoren.

Die positive Entwicklung der Euro-Konjunktur führt zudem dazu, dass baldige geldpolitische Maßnahmen von Seiten der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Augen der Investoren wahrscheinlicher werden.

Wann tritt die EZB auf die Bremse?

Hintergrund: Während die US-Notenbank Fed bereits 2015 erstmals an der Zinsschraube drehte, hält die EZB die Geldhähne bis heute weit geöffnet. Bisher wurde angenommen, dass die EZB frühestens Ende 2018 beginnen wird, ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe einzuschränken. Ein Anstieg der Zinsen käme in dem Szenario noch später.

Die aktuelle Entwicklung spricht jedoch womöglich dafür, dass die EZB bereits früher auf die geldpolitische Bremse treten kann, und auch dies gibt dem Euro in diesen Tagen zusätzlichen Auftrieb.

Hinweise in diese Richtung finden sich etwa im Protokoll der jüngsten EZB-Sitzung, das in der vergangenen Woche öffentlich wurde. Demzufolge will sich die Zentralbank künftig offenbar mehr Flexibilität verschaffen. Wie dem Protokoll zu entnehmen ist, will die EZB ihre Kommunikation bezüglich künftiger Maßnahmen ändern, und zwar insofern, als dass das Ende der milliardenschweren Anleihekäufe in Statements seitens der Bank nicht mehr mit dem Erfordernis eines Anstiegs der Inflation verbunden werden soll. Stattdessen reicht in Zukunft wohl ein entsprechender Inflationsausblick.

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