Samstag, 30. Juli 2016

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Eon hebt Prognose an Eon-Tochter Uniper legt Streit mit Gazprom bei

Eon-Zentrale in Essen: Uniper einigt sich mit Gazprom - und Eon hebt die Prognose für 2016 an

Der Versorger Eon profitiert von der Beilegung eines Streits um langfristige Gaslieferverträge mit der russischen Gazprom.

Die Eon-Tochter Uniper und Gazprom hätten sich auf eine Anpassung der Preiskonditionen verständigt, teilten die Düsseldorfer am Dienstag mit. Durch die Übereinkunft könne auch ein Verfahren vor einem Schiedsgericht beigelegt werden. In der Vergangenheit hatte Eon immer wieder versucht, Preise in den über lange Jahre laufenden Verträgen zu drücken.

Nun kann der Versorger auch Rückstellungen auflösen - und traut sich beim Gewinn mehr zu als bisher. Die Nachrichten kamen an der Börse recht gut an: Eon-Aktien stiegen am späten Nachmittag um 0,7 Prozent.

"Gazprom und Uniper haben bewiesen, dass man bei langfristigen Gaslieferverträgen flexible Lösungen finden kann", betonte Uniper-Chef Klaus Schäfer. Bereits im ersten Quartal profitiert Eon - beim Ebitda stehen dann rund 380 Millionen Euro aus der Einigung in der Bilanz. Insgesamt erwartet der Konzern 2016 mehr Gewinn.

Erwartung auf 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro angehoben

So stellte das Dax-Unternehmen nun ein Ebitda von 6,4 bis 6,9 Milliarden Euro in Aussicht. Anfang März hatte Vorstandschef Johannes Teyssen inklusive der neuen Energiegesellschaft Uniper hier noch eine Spanne von 6,0 bis 6,5 Milliarden Euro genannt. Für den nachhaltigen Konzernüberschuss erwartet Eon statt 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro nunmehr eine Spanne von 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr hatte Eon einen Rekordverlust von sieben Milliarden Euro geschrieben. Teyssen hat dem Konzern eine Aufspaltung verordnet. Die Gas- und Kohlekraftwerke werden bei der Tochter Uniper geführt, während Eon sich auf das zukunftsträchtige Ökostromgeschäft konzentriert.

Uniper habe durch die Einigung mit Gazprom seine Risikopositionen im Bezug auf die langfristigen Gaslieferverträge reduziert, hieß es weiter. E.ON hatte in der Vergangenheit beklagt, dass der Konzern teurer Gas einkaufe als er es verkaufen könne.

la/dpa/reuters

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