Sonntag, 24. Juli 2016

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Energiewende Strompreise sinken auf breiter Front

Strom wird billiger - die Zeit großer Preissprünge ist offenbar vorbei

Erstmals seit Beginn der Energiewende senken die Versorger flächendeckend die Strompreise. Nach langem Zögern geben Vattenfall, EnBW und Co. die niedrigeren Preise für Börsenstrom an Millionen Privatkunden weiter. Die Chancen, dass der Rückgang Bestand hat, stehen gut.

Hamburg - Die Zeit massiver Strompreis-Erhöhungen ist in Deutschland offenbar vorerst vorbei: Zum Jahreswechsel verbilligen die Versorger Elektrizität auf breiter Front.

Bisher haben 76 Grundversorger angekündigt, die Preise zu senken - im Schnitt um 2,5 Prozent. Das hat eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox ergeben, die manager magazin vorliegt. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt spare etwa 30 Euro im Jahr, heißt es bei Verivox. Betroffen sind Gebiete mit 11,5 Millionen Haushalten.

Noch bis zum Donnerstag kommender Woche können Anbieter Preisänderungen für den Jahreswechsel anmelden. Nur drei Grundversorger haben bisher höhere Preise angekündigt - für ein Gebiete mit lediglich 30.000 Haushalten.

Wendepunkt für die Energiewende?

Es ist das erste Mal seit Beginn der Energiewende, dass Versorger flächendeckend die Preise senken. Seit dem Jahr 2000 hatte sich der Strompreis für Privatkunden verdoppelt - wegen des Ausbaus erneuerbarer Energien, höherer Steuern und hoher Vertriebsmargen. Noch vor einigen Monaten waren viele Wirtschaftsvertreter sowie Medien davon ausgegangen, dass Strom auf absehbare Zeit immer teurer werde.

Branchenkenner machen nun vor allem die gesunkenen Börsenpreise für die Entwicklung verantwortlich. "Die Versorger konnten sich nicht länger rausreden", sagt Energieexperte Felix Matthes vom Öko-Institut gegenüber manager magazin.

Schon in den vergangenen Jahren war Elektrizität an der Börse deutlich billiger geworden. Die meisten Anbieter hatten jedoch argumentiert, sie seien an langfristige Lieferverträge gebunden und könnten ihre Kunden nicht an der Entwicklung teilhaben lassen.

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