Freitag, 14. Dezember 2018

Elizabeth Holmes Die blutige Karriere von Amerikas jüngster Selfmade-Milliardärin

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes: Die 30-Jährige hat für ihr Diagnostik-Unternehmen zuletzt weitere Finanzspritzen bekommen - unter anderem von Larry Ellison

Mit Bluttests ohne Schmerz will Elizabeth Holmes die Gesundheitsbranche revolutionieren. Ihr Unternehmen hat sie 2003 mit ihren College-Ersparnissen begründet - heute ist es neun Milliarden Dollar wert.

Hamburg - Manchmal kann sich Elizabeth Holmes nicht beherrschen. Nach dem Essen, gestand Amerikas jüngste Selfmade-Milliardärin einmal dem Fortune-Magazin, schiebe sie bisweilen einen Tropfen ihres eigenen Bluts sowie Proben von Tischgenossen in ein Analysegerät ihres Unternehmens Theranos. Auf dem Bildschirm könne sie dann schnell erkennen, wer gesund gegessen habe - und auf wessen Teller ein Cheeseburger gelandet sei.

Holmes selbst dürfte selten zur Fastfood-Fraktion gehören: Die Gründerin der Laborkette Theranos lebt vegan und gesundheitsbewusst, vor dem Fortune-Interview hat sie Vollkornnudeln vom Italiener kommen lassen. Gemüsesäfte statt Kaffee brächten die 30-Jährige durch ihre 16-Stunden-Tage, schreibt der Fortune-Redakteur anschließend spürbar beeindruckt. Ein ehemaliger Professor, der seine zwei Lehraufträge mittlerweile gegen einen Job bei Theranos eingetauscht hat, vergleicht seine einstige Studentin Holmes ob ihres Eifers für die eigene Branche gar mit Bill Gates und Steve Jobs.

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Zumindest hinsichtlich ihres Vermögenszuwachses muss Elizabeth Holmes solche Vergleiche nicht fürchten: 2003 hat die 1984 in Washington D.C. geborene Unternehmerin ihr Studium an der Elite-Uni Stanford geschmissen, um ihre College-Ersparnisse stattdessen in die Firma zu stecken.

Nach und nach haben Investoren, darunter Ex-Oracle-Boss Larry Ellison, Theranos hochgepäppelt, nach der letzten Runde ist Holmes´ 50-Prozent-Anteil gut 4,5 Milliarden Dollar wert. Die Gründerin steht damit auf Platz 109 der Forbes-Liste der reichsten Amerikaner.

Blut abnehmen ohne Schmerz und Schweißausbruch

Grundlage der Bewertung sind knapp zwei Dutzend kleinere Labore im Südwesten der USA. Angeschlossen an Drogerien der Kette Walgreens können Patienten dort von Ärzten empfohlene Blut-, Speichel- oder Urintests durchführen lassen.

Das Besondere: Eigenentwicklungen machen Theranos-Labore wesentlich kostengünstiger als die etablierte Konkurrenz - und verlangen ihren Kunden außerdem weniger Schmerz und Überwindung ab.

Der Theranos-Blutabnahmestift etwa zapft nur einige wenige Mikroliter Blut, mit dem anschließend trotzdem bis zu 70 verschiedene Tests durchgeführt werden können. Wie genau ihr etwa computertowergroßer Analyserechner funktioniert, verrät Holmes nicht. Er basiere allerdings auf denselben chemischen Prozessen, die auch in herkömmlichen Laboren zum Einsatz kämen - nur habe man diese chemisch und mit Hilfe von Computern aufgebohrt.

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