Donnerstag, 28. Juli 2016

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Elektroautohersteller KBA-Brief sorgt für Kurssprung bei Tesla

Tesla-CEO Elon Musk im Glück: Das KBA kann nach drei Bränden keinen "herstellerseitigen Mangel" als "unfallursächlich" feststellen

In den vergangenen Monaten gingen in den USA drei Tesla-Elektroautos nach Unfällen in Flammen auf. Tesla-Chef Elon Musk betonte stets, wie sicher sein Model S sei. Nun präsentiert er einen Brief des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes - und schickt so den Aktienkurs auf Höhenflug.

Hamburg - Der Elektroautohersteller Tesla Motors kommt nach längerem Hin und Her wegen dreier Brandschäden an Model S-Neuwagen wieder in ruhigeres Fahrwasser. Denn in den letzten Wochen waren immer wieder Stimmen lautgeworden, die Tesla einen Rückruf seiner 19.000 verkauften Elektroautos wegen möglicher Sicherheitsmängel nahelegten.

Tesla-Chef Elon Musk hatte die Notwendigkeit eines solchen Schrittes immer bestritten - und erhält nun Rückendeckung des deutschen Kraftfahrt-Bundesamts KBA. In einem Brief teilt das KBA mit, die Untersuchungen zu den Brandschäden an Model S-Fahrzeugen abgeschlossen zu haben.

Dabei konnte "kein herstellerseitiger Mangel als unfallursächlich festgestellt werden", heißt es etwas bürokratisch in dem Brief, den Tesla heute gemeinsam mit einer Pressemitteilung im Original veröffentlicht hat. Weitere Maßnahmen nach dem Produktsicherheitsgesetz seien deshalb nicht erforderlich.

Im Klartext heißt das: Das KBA stellt Tesla ein gutes Zeugnis aus - und entzieht Spekulationen um einen notwendigen Rückruf damit die Grundlage. Tesla-Chef Elon Musk selbst drückte es auf Twitter entsprechend markiger aus.

"Schlussfolgerung: Keine Mängel, kein Rückruf", schrieb er gestern um 23:26 deutscher Zeit. Offen ist allerdings noch, zu welchem Ergebnis die US-Behörden bei ihren Untersuchungen kommen.

Kurssprung um mehr als 10 Prozent - Aktie extrem volatil

An der Wall Street gehörte die Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen vor allem dank dieser Nachricht zu den Tagesgewinnern. Sie gewann im Lauf des Tages rund 12 Prozent hinzu, nachdem sie in den vorangegangenen acht Wochen um knapp 30 Prozent verloren hatte. Das Papier ist extrem volatil: Im April 2013 hatte die Aktie noch bei rund 50 Dollar notiert, um sich binnen sechs Monaten mehr als zu verdreifachen und Anfang Oktober ein Hoch bei rund 180 Dollar zu erreichen.

Seit Oktober ging es mit dem Kurs der Tesla-Aktie dann wieder abwärts - den heutigen Kurssprung von mehr als 10 Prozent erklärten Börsianer auch damit, dass viele Short-Seller, die auf einen weiteren Kursverfall der Aktie gewettet hatten, angesichts der für Tesla positiven Nachrichten aus Deutschland nun auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Auch den Expansionsplänen in Europa dürfte die Antwort des KBA guttun. Denn mittelfristig will Tesla ein Drittel seiner Jahresproduktion in Europa verkaufen, wie Tesla-Manager Jerome Guillen im Interview mit manager magazin online erklärte. In Europa ist Tesla händeringend auf der Suche nach passenden Leuten.

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