Samstag, 16. Dezember 2017

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Abschied von A380 Singapore Airlines schockt Tausende deutsche Anleger

A380 von Singapore Airlines: Weil die asiatische Fluggesellschaft die Maschine nicht mehr nutzen will, erleiden hiesige Fondsanleger womöglich Einbußen

Die Nachricht dürfte nicht nur bei Airbus wenig Freude auslösen, sondern auch beim Fondshaus Dr. Peters in Dortmund sowie bei mehreren Tausend Kunden des Unternehmens: Die Fluglinie Singapore Airlines wird den Leasingvertrag für den ersten A380, den die Gesellschaft 2007 übernommen hatte, nach Ablauf der zehnjährigen Mietlaufzeit nicht verlängern. Das teilte Singapore Airlines am Mittwoch mit.

Damit erleidet nicht nur Airbus als Hersteller des Riesenfliegers einen weiteren Rückschlag. Ohnehin findet der Flugzeugbauer kaum noch Interessenten für sein Prestigeobjekt, sodass bereits über ein möglicherweise bevorstehendes Ende der Produktion spekuliert wird.

Wirklich hart trifft die Entscheidung von Singapore Airlines jedoch vor allem den Fondsanbieter Dr. Peters sowie dessen Kunden. Gleich mehrere Anbieter geschlossener Fonds haben in den vergangenen Jahren Produkte auf den Markt gebracht, über die Anleger in Flugzeuge des Typs A380 von Airbus investierten, und Dr. Peters gehörte zu den Pionieren auf dem Gebiet.

Die aktuelle Entscheidung von Singapore Airlines etwa trifft unmittelbar die 2660 Investoren, die sich am Dr. Peters Fonds Nummer 129 beteiligt haben. Über diesen Fonds investierten die Anleger in genau die fragliche Maschine, die Singapore Airlines nun loswerden will. Dabei handelt es sich um den ersten von Airbus überhaupt für den Linienverkehr ausgelieferten A380.

Das heißt: Seit dieser Woche ist klar, dass die Anleger des Fonds ab 2017 ohne Mieter und damit ohne Einnahmen dastehen werden, wenn nun nicht rasch ein Folgenutzer oder gar ein Käufer für die Maschine gefunden wird.

Etwa 94 Millionen Dollar (also heute etwa 83 Millionen Euro) haben die Investoren vor rund zehn Jahren in den Fonds eingezahlt. Zusammen mit Krediten von 120 Millionen Dollar ergab sich ein Gesamtvolumen des Investmentvehikels von 214 Millionen Dollar.

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