Donnerstag, 21. März 2019

Einbußen für A380-Fondsinvestoren Fondshaus will A380 zerlegen und die Teile verkaufen

War mal eine gute Idee: A380 von Singapore Airlines.
Singapore Airlines
War mal eine gute Idee: A380 von Singapore Airlines.

2. Teil: Dr. Peters und Investoren haben sich verkalkuliert - A380 kaum noch gefragt

Tatsächlich ist der weltgrößte Passagierjet aber kaum noch gefragt. Auf den derzeitigen Listenpreis von knapp 446 Millionen US-Dollar (381 Millionen Euro) gewährt Airbus den Käufern laut Insidern notgedrungen hohe Rabatte. Trotzdem fährt der Hersteller die Auslieferungen von zwischenzeitlich bis zu 30 Maschinen pro Jahr auf nur noch sechs Exemplare ab 2019 herunter. Dabei legt der Konzern sogar Geld drauf - in der Hoffnung, dass sich irgendwann nach 2020 wieder mehr Airlines für den Riesenflieger entscheiden.

Eine solche Trendwende ist jedoch bisher nicht in Sicht. Anfang des Jahres rettete die größte A380-Kundin Emirates den Flugzeugtyp mit einer weiteren Großbestellung vor dem drohenden Produktionsende. Damit entfällt rund die Hälfte aller jemals bestellten A380 auf die arabische Fluggesellschaft.

Mit der British-Airways-Mutter International Airlines Group konnte sich Airbus hingegen nicht auf eine schon länger diskutierte Bestellung über weitere A380 einigen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat IAG die Gespräche nach längerer Pause vor kurzem beendet. IAG hatte erwogen, bis zu 10 weitere A380 zu ordern. Ende April hatte Airbus noch Bestellungen über 105 Maschinen des Typs in den Büchern.

Airbus hatte mit der A380 nach der Jahrtausendwende darauf gebaut, dass mit den weltweit kräftig steigenden Passagierzahlen auch immer größere Flugzeuge benötigt werden. Inzwischen setzen die meisten Airlines aber lieber auf mittelgroße Großraumjets, die im Gegensatz zur A380 und Boeings Jumbo-Jet 747-8 nur mit zwei Triebwerken auskommen. Solche Jets wie Boeing 787 "Dreamliner" und der Airbus 350 lassen sich auch auf weniger stark gefragten Strecken rentabel einsetzen.

Bei Airbus hofft man indes, dass zunehmende Engpässe an vielen Flughäfen in der Welt dazu führen, dass die Airlines in einigen Jahren zwangsläufig auf die A380 setzen. Schon in einer typischen Vier-Klassen-Einteilung bietet sie 544 Fluggästen Platz, und bei enger Bestuhlung passen mehr als 850 Menschen hinein - weitaus mehr als in jedes andere Passagierflugzeug der Welt.

cr/dpa-afx

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