Donnerstag, 25. August 2016

"Super Tuesday" in den USA Wie reich ist Donald Trump wirklich?

Immobilien, Geld und schöne Frauen: Die größten Schätze des Donald Trump
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REUTERS

Große Klappe und komische Frisur - das sind die Markenzeichen von Donald Trump. Bislang lief es für ihn während des Vorwahlkampfes ausgesprochen gut: Am heutigen "Super Tuesday" werden in elf US-Bundesstaaten die Favoriten für das Präsidentschafts-Rennen gekürt - und Trump gilt als Favorit der Republikanischen Partei.

Der New Yorker Immobilien-Tycoon, TV-Star und US-Präsidentschaftsbewerber selbst legt aber gesteigerten Wert darauf, dass ihn vor allem sein enormer Reichtum auszeichnet und im Wahlkampf von anderen Kandidaten abhebt. Sein Vermögen mache ihn unabhängig vom "Big Money" der Lobbyisten. Nicht alle aber wollen die angebliche Höhe seines Geldberges anerkennen.

"The Donald" fühlt sich nicht fair behandelt - sein Vermögen werde zu Unrecht klein gemacht. Stein des Anstoßes: Das vielbeachtete Milliardärs-Ranking des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes". Die aktuelle Liste soll am Dienstag veröffentlicht werden. Hier werden die Reichsten der Superreichen Amerikas und weltweit auf Basis eines aufwendigen Schätzverfahrens aufgeführt. Trump wurde zuletzt auf 4,5 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) taxiert und belegte damit global "nur" Platz 405. Damit sieht er sich massiv unterschätzt.

Trump, der im Wahlkampf verspricht, die Vereinigten Staaten als unabhängiger Gegenentwurf zum Mainstream "wieder großartig" zu machen, gibt sein Vermögen mehr als doppelt so hoch an wie "Forbes". Über zehn Milliarden Dollar sei er schwer, ließ der 69-Jährige seine Pressestelle ausrichten. "Sie versuchen, mich so arm wie möglich zu machen", wetterte Trump. "Alles was ich sagen kann ist, "Forbes" ist ein bankrottes Magazin, sie wissen nicht, wovon sie reden."

"Es liegt an Trump selbst, an der Art, wie er gesehen werden möchte, wie er sich selbst sieht", hält "Forbes"-Redakteur Randall Lane dagegen. Seitdem das Ranking der 400 reichsten Amerikaner 1982 erstmals erschienen sei, gebe es Konflikte mit Trump. Er ist nicht der einzige, der mit den Zahlen nicht einverstanden ist - auch der saudische Prinz al-Walid beschwerte sich schon über Geringschätzung. Wie kommen die Bewertungen überhaupt zustande?

"Um die Vermögen der Milliardäre zu schätzen, bewerten wir ihre Beteiligungen an Unternehmen, Immobilien, Yachten, Kunst und Barmittel und ziehen die Schulden ab", erläutert "Forbes"-Redakteurin Kerry Dolan. Einen Anspruch auf volle Genauigkeit gebe es nicht, weil viele Zahlen aus öffentlichen Quellen stammten, und nicht alle Reichen darüber hinaus kooperieren würden. Allerdings betreibe das Magazin einen großen Aufwand mit mehr als 50 Reportern.

Zumindest in Trumps Fall gibt es eine recht simple Erklärung für die große Lücke zwischen "Forbes"- und Selbstschätzung. Der Milliardär wirft nämlich seinen "guten" Namen in die Waagschale. Der hohe Wert der Marke "Trump" werde bei "Forbes" nicht anerkannt.

Stimmt: "Wir berücksichtigen Markenwerte erst, wenn ein Weg gefunden wurde, sie auch wirklich zu Geld zu machen", verteidigt sich das Magazin. Abgesehen davon, dass sich über die Qualität von Namen streiten lässt, sieht es auch die Konkurrenz so: Der Finanzdienst Bloomberg taxierte Trump 2015 lediglich auf 2,9 Milliarden Dollar

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump mit Dritten über seinen finanziellen Status über Kreuz gerät. 2005 behauptete US-Autor Timothy O'Brien in seinem Buch "TrumpNation: The Art of Being the Donald", der Immobilienmogul sei gar kein Milliardär, sondern lediglich ein Millionär. Auf 150 bis 250 Millionen Dollar taxierte O'Brien das Vermögen Trumps, wobei er drei ungenannte Quellen zitierte.

Trump, lediglich ein mickriger Millionär - das konnte der eitle Amerikaner nicht auf sich sitzen lassen. Trump verklagte den Verfasser des Buches auf fünf Milliarden Dollar - und unterlag.

Zuletzt flammte die Debatte 2011 auf, als Trump das letzte Mal mit der US-Präsidentschaft flirtete. "Forbes" verbreitete seinerzeit, Trump sei nicht mehr als 2,7 Milliarden Dollar schwer. Auch dieser Behauptung widersprach der Immobilienunternehmer öffentlich.


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