Sonntag, 20. Mai 2018

Zwielichtige Immobiliengeschäfte Milliardendeals - Donald Trump und die Geldwäscher

Im Zwiespalt: Als US-Präsident sollte Donald Trump Geldwäsche bekämpfen, doch seine Immobilienunternehmen verdienen an verdächtigen Geschäften.

Geldwäsche mit US-amerikanischen Luxusimmobilien - das ist ein seit Jahren bekanntes Problem. Und die Haltung der US-Regierung dazu ist eigentlich klar: Das US-Finanzministerium hat erst im August vergangenen Jahres ein Papier (PDF) herausgegeben, in dem es Finanzdienstleister sowie Vertreter der Immobilienbranche einmal mehr deutlich vor solchen Machenschaften warnt.

Transaktionen, so heißt es in dem Schreiben des Ministeriums, in denen Luxusimmobilien mittels Scheinfirmen erworben werden, können für Kriminelle ein attraktiver Weg sein, illegale Gelder zu waschen, ohne dabei persönlich identifiziert werden zu können. Insbesondere, wenn bei solchen Deals bar gezahlt werde und also keine Bankfinanzierung zum Einsatz komme, sei das Geldwäscherisiko groß, so das Ministerium.

Es ist ein Risiko, das offenbar sehr real ist - und umso bemerkenswerter erscheint es, dass ausgerechnet US-Präsident Donald Trump persönlich, der höchste Vertreter des Staates also, offenbar im großen Stil seit Jahren derartige Geschäfte möglich gemacht hat und nach wie vor möglich macht.

Voraussetzung dafür ist eine Lücke, die seit weit mehr als zehn Jahren im US-Gesetz klafft und nicht geschlossen wird. Sie geht zurück auf den sogenannten Patriot Act, der von der Regierung des früheren US-Präsidenten George W. Bush kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erlassen wurde, wie etwa das US-Magazin Quartz erläutert. Das Gesetz verpflichtet Banken eigentlich dazu, herauszufinden, wer hinter einer Firma steckt, bevor sie mit ihr Geschäfte machen. Doch die Immobilienbranche bekam seinerzeit eine Ausnahmeregelung - und die besteht bis heute, so Quartz.

Zwar veranlasste das US-Finanzministerium vor wenigen Jahren die ebenfalls in die fraglichen Transaktionen involvierte Versicherungsbranche, die wahre Identität von reinen Barzahlern bei Luxusimmobilienkäufen in mehreren US-Metropolen offenzulegen, wie seinerzeit auch manager magazin online berichtete. Laut Quartz hat diese Information, nachdem sie an die Behörden übermittelt wurde, jedoch keinerlei Konsequenzen.

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