Donnerstag, 30. März 2017

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Rekord-Dividenden im Dax Dax-Dividenden steigen, Dax-Gewinne steigen stärker

Börse 2017: Die besten Dividendenwerte im Dax
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Daimler

Viele Dax-Anleger können sich auf eine Rekorddividende freuen: 19 der 30 Dax-Konzerne schütten in diesem Jahr so viel Geld aus wie nie zuvor. Insgesamt 31,7 Milliarden Euro schütten Deutschlands 30 Dax-Konzerne nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) für das vergangene Geschäftsjahr aus. Das sind neun Prozent mehr als 2016 und sieben Prozent mehr als im bisherigen Bestjahr 2015 mit 29,8 Milliarden Euro.

Doch an vielen Bundesbürgern geht der Geldregen vorbei. In Deutschlands erster Börsenliga, dem Deutschen Aktienindex, haben vor allem ausländische Investoren das Sagen: Ihnen gehören etwa 60 Prozent der Anteile der Dax-Unternehmen. Gerade einmal jeder siebte Bundesbürger hat nach aktuellen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) Geld in Aktien oder Fonds investiert. Die Zahl der Aktionäre sank im vergangenen Jahr sogar wieder unter die Neun-Millionen-Marke. Das waren 30 000 weniger als ein Jahr zuvor.

23 der 30 Dax-Unternehmen erhöhen ihre Dividende

Insgesamt erhöhen EY zufolge allerdings 23 Unternehmen in der ersten Börsenliga die Dividende. Während Daimler, Beiersdorf, Lufthansa, und ThyssenKrupp ihre Dividenden konstant halten, dürfte die Ausschüttung bei Eon von 50 auf geschätzte 21 Cent pro Aktie sinken. Aktionäre von Commerzbank Börsen-Chart zeigen und RWE Börsen-Chart zeigen gehen leer aus. Dafür gehören die Dividenden-Nullnummern Commerzbank und RWE gemeinsam mit Adidas zu den mit Blick auf die Kursentwicklung

Top-Performern im Dax.

"Den meisten Dax-Unternehmen geht es trotz der verhaltenen Konjunkturentwicklung in Europa und wichtigen Auslandsmärkten insgesamt gut", argumentiert Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. "Da wollen und sollten die Aktionäre angemessen beteiligt werden."

"Den meisten Dax-Unternehmen geht es trotz der verhaltenen Konjunkturentwicklung in Europa und wichtigen Auslandsmärkten insgesamt gut", argumentiert Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. "Da wollen und sollten die Aktionäre angemessen beteiligt werden."

Gewinne steigen um 16 Prozent, Dividenden um 7 Prozent

Noch stärker als die Ausschüttungen steigen EY zufolge allerdings die Gewinne. Der gesamte auf die Aktionäre entfallende Jahresüberschuss der 30 Börsenschwergewichte kletterte im vergangenen Geschäftsjahr um rund 16 Prozent Prozent auf 55,6 Milliarden Euro. Damit steigen die Gewinne mehr als doppelt so stark wie die Dividenden.

55 Prozent des Gewinns werden im Schnitt ausgeschüttet

Die Ausschüttungsquote, also der Anteil der Dividende am Jahresüberschuss nach Steuern, liegt im Dax-Durchschnitt bei 55 Prozent. Bei Linde, Deutscher Börse und BASF liegt die Ausschüttungsquote bei mehr als 60 Prozent. Deutsche Telekom und ProSiebenSat1 schütten sogar mehr Geld aus, als sie nach Steuern an Überschuss erzielt haben.

Meyer hält die Zurückhaltung der Unternehmen grundsätzlich für vernünftig. "Zu hohe Ausschüttungen könnten die Handlungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen einschränken." Eine allzu vorsichtige Dividendenpolitik könne an den Aktienmärkten aber als negatives Signal gewertet werden, mahnt der Experte.

Dividenden-Nullnummer bei RWE und Commerzbank

Leer gehen in diesem Jahr die Anteilseigner der Commerzbank aus. Beim Energieversorger RWE schauen Stammaktionäre erneut in die Röhre. Vorzugsaktionäre erhalten eine Mini-Gewinnbeteiligung von 0,13 Euro je Aktie.

Aussicht auf steigende Ausschüttungen im Jahr 2018

Mehr könnte es im kommenden Jahr werden. Meyer geht angesichts insgesamt positiver Konjunkturaussichten davon aus, dass die Dividenden weiter steigen werden. Bis auf den Banken- und den Energiesektor sei die Lage in den wichtigen Branchen absolut zufriedenstellend. "In diesem Jahr dürfte zudem der schwache Euro zusätzlichen Rückenwind geben, was sich auch positiv auf die Gewinnsituation der Unternehmen auswirken kann und auf ihre Möglichkeiten, attraktive Dividenden zu zahlen".

la/dpa/mmo

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