Freitag, 28. April 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Schwedische SEB verkauft Geschäft Immobilienfonds-Marke "SEB" verschwindet vom Markt

Skyline Frankfurts: Die SEBAM wechselt von der SEB Gruppe an Cordea Savills

Kehrtwende bei der schwedischen SEB Gruppe: Bislang galt noch die Ankündigung, mit der Investment-Tochter SEB Asset Management (SEBAM) zwei neue offene Immobilienfonds für das breite Publikum nach neuem deutschen Anlagerecht auflegen zu wollen. SEBAM-Deutschland-Chefin Barbara Knoflach hatte das vor einiger Zeit in Aussicht gestellt.

Daraus wird nun aber wohl nichts: SEB und die britische Immobilien-Investmentgesellschaft Cordea Savills gaben am heutigen Donnerstag bekannt, dass Cordea der SEB die SEBAM abkaufen will. Der Kaufpreis betrage 21,5 Millionen Euro, so die Mitteilung. Geplant sei, SEBAM künftig in Savills Asset Management umzutaufen. Barbara Knoflach, die prominente Geschäftsführerin des Hauses, wird das Unternehmen der Mitteilung zufolge verlassen.

Damit zieht sich die SEB Gruppe in Deutschland aus dem Immobilien-Investmentgeschäft zurück. Weitergeführt werde ausschließlich die Immobilienfinanzierung, wie ein Sprecher zu manager magazin online sagte.

Bekannt ist SEBAM in Deutschland bislang vor allem für ihre offenen Immobilienfonds, allen voran das Flaggschiff SEB Immoinvest mit einem Volumen von mehr als vier Milliarden Euro. Insgesamt verwaltet SEBAM der Mitteilung zufolge weltweit Immobilien mit einem Wert von rund zehn Milliarden Euro. Davon entfallen vier Milliarden Euro auf institutionelle Investoren und sechs Milliarden Euro auf die offenen Immobilien-Publikumsfonds.

Die bestehenden Publikumsfonds der SEBAM - auch der SEB Immoinvest - befinden sich allerdings ohnehin bereits in der Auflösung. Die Fonds waren nach der Lehman-Pleite 2008 in Liquiditätsnot geraten und müssen daher liquidiert werden.

Laut Mitteilung wird diese Liquidierung von Cordea fortgesetzt. Wie von mit dem Verkauf der SEBAM an Cordea Savills vertrauten Kreisen zu erfahren war, plant Cordea Savills zudem nicht, das Publikumsgeschäft künftig weiterzuführen. Neue Publikumsfonds werde es kaum geben, hieß es.

Der Schwerpunkt der Gesellschaft liege vielmehr auf dem Geschäft mit institutionellen Investoren. Das werde auch bei Savills Asset Management künftig der Fall sein.

Newsletter von Christoph Rottwilm

Nachrichtenticker

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH