Samstag, 23. Februar 2019

Börsenpsychologie Die fünf größten Fehler der Geldanlage

2. Teil: Gier macht blind

Hauptsache zupacken: Für Haie eine Erfolgsstrategie, aber nicht für Anleger
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Hauptsache zupacken: Für Haie eine Erfolgsstrategie, aber nicht für Anleger
Gier ist gut, pflegte Gordon Gekko zu sagen, der legendeäre Investor im Film Wall Street. Wirklich? Nein, denn Gier übertönt den gesunden Menschenverstand. Ein Anleihe, die 10 Prozent im Jahr abwerfen soll, ganz ohne Risiken? Klingt dubios, sagt der gesunde Menschenverstand, da muss ein Haken dran sein. 10 Prozent pro Jahr will ich haben, sagt die Gier. Und schon wird bei Angeboten wie zuletzt von S&K zugegriffen, bei denen nun der Totalverlust droht.

In die gleiche Kategorie fällt das, was Stephan Theuer, Vorstand der Consulting Team Vermögensverwaltung, "Verliebtheit" in Anlageentscheidungen nennt. Sie führe dazu, dass an Anlagen, die nicht richtig laufen oder in die Verlustzone abgleiten, zu lange festgehalten wird. Das Eingestehen von Fehlinvestitionen ist für den Profi schon schwierig und wird für den Privatanleger offenbar zu einer psychologischen Höchstleistung. "Das führt zu den berühmten 'Leichen' in den Depots, an denen trotzig festgehalten wird", warnt Theuer.

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