Dienstag, 27. Juni 2017

Finanzaufsicht Die gefährlichsten Versicherer

Neun Versicherer könnten für das Finanzsystem gefährlich werden, sagen internationale Aufseher. Sie wollen sie an die Kette legen. Die Konzerne sehen sich zu Unrecht mit Banken in einen Topf geworfen. Wer sind die vermeintlich gefährlichen Neun?

Die internationalen Aufsichtsbehörden wollen neun großen Versicherern wegen ihrer "Gefährlichkeit" für das Finanzsystem mit scharfen Eigenkapitalregeln Ketten anlegen. Der Finanzstabilitätsrat (FSB) zieht damit eine Konsequenz aus der Beinahe-Pleite des Branchenriesen AIG im Jahr 2008.

Dabei will der FSB die Versicherer nur dort treffen, wo sie sich außerhalb des traditionellen Geschäfts bewegen und wo sie nicht nur als Anleger stark eingebunden sind in die Finanzmärkte. Dazu gehören die Vergabe von Krediten, aber auch Garantien für fondsgebundene Produkte, die vom Auf und Ab an den Märkten abhängig sind. Diese Teile abzugrenzen, wird wohl noch Jahre dauern. Bis dahin sollen die neun Versicherer pauschal eine Mindestquote an Eigenkapital erfüllen. Zahlen nannte der FSB nicht.

Der europäische Branchenverband Insurance Europe nannte die Maßnahmen "ungeeignet", um mit den Risiken fertigzuwerden, die wirklich von der Branche ausgingen. "Versicherungsgeschäft ist nicht systemrelevant. Versicherungsgeschäft ist kein Bankengeschäft", erklärte der deutsche Interessenverband GDV.

Rückversicherer wie Münchener Rück und Swiss Re bleiben zunächst ausgenommen - auf Druck der USA. Der FSB will in einem Jahr noch einmal beraten, ob auch sie systemrelevant sein können. Lesen Sie die wichtigsten Fakten zu diesen systemrelevanten Versicherern.

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