Freitag, 27. Mai 2016

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Die größten Dax-Verlierer 2016 Deutsche-Bank-Aktie im freien Fall - tiefster Stand seit der Lehman-Krise

Dax 2016: Die Tops und Flops im Dax
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DPA

Was für ein Beben an der Börse! Seit Jahresbeginn hat der Dax rund 13 Prozent an Wert verloren - die Gewinne aus dem Vorjahr sind wieder futsch. 20 der 30 Dax-Unternehmen haben seit dem 4. Januar Verluste von 10 Prozent und mehr erlitten - der größte Verlierer, BMW Börsen-Chart zeigen, weist inzwischen ein Minus von mehr als 20 Prozent auf.

Waren zunächst die Autohersteller (BMW, Daimler, Volkswagen) und Autozulieferer (Continental) unter den größten Dax-Verlierern versammelt, haben in den vergangenen Tagen nun auch die Bankentitel ihren Kursrutsch beschleunigt: Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen ist mit einem Minus von 22 Prozent seit Jahresbeginn gemeinsam mit BMW der größte Verlierer im Dax 2016. Auch die Commerzbank verdrängt mit einem Minus von rund 20 Prozent den Autohersteller Daimler aus den Flop 5 (Hier geht es zur Liste der größten Verlierer).

Für Deutschlands größtes Geldhaus nimmt der Kursrutsch inzwischen dramatische Ausmaße an: Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit unter der Marke von 18 Euro und damit unter dem Niveau, auf das sie während der Lehman-Krise gefallen war. Im Sommer 2007 hatte das Papier noch bei rund 100 Euro notiert - und war bis zum März 2009 in einer steilen Talfahrt knapp unter die Marke von 20 Euro gefallen.

Schwere Zeiten für Bankensektor

Die Banken erwische der massive Rutsch der Preise für das schwarze Gold über die hohe Verschuldung im Fracking- und Ölsektor, sagte Experte Daniel Saurenz von Feingold Research. Institute wie etwa die Deutsche Bank, die ohnehin noch in einer Selbstfindungsphase seien, würden doppelt bestraft. "Der europäische Bankensektor sieht schweren Zeiten entgegen", hatten die Analysten des Bankhauses Lampe schon am Vortag geschrieben. Banken hätten zu kämpfen mit der Konjunkturabschwächung in Schwellenmärkten, einer Verkleinerung des Investmentbanking sowie niedrigen Zinsen und dem Gegenwind von der Währungsseite.

Dass die Aktie inzwischen sogar unter dem Lehman-Niveau notiert, hat auch mit den robusten und kompromisslosen Aufräumarbeiten des neuen Deutsche-Bank-Chefs John Cryan zu tun. Die Bank streicht Tausende Stellen und hat im dritten Quartal einen Verlust in Milliardenhöhe ausgewiesen, da Rückstellungen für diverse Rechtsstreitigkeiten fällig sind. Für die Aktionäre wird es für die Jahre 2015 und 2016 keine Dividende geben - dies hat Cryan bereits angekündigt. Für Anleger gibt es daher derzeit wenig Gründe, die Aktie zu kaufen - es sei denn, sie spekulieren auf Grund des dramatisch gesunkenen Börsenwerts auf ein Übernahmeangebot eines US-Konkurrenten. Deren Gewinne sind wieder auf Rekordniveau.

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