Montag, 11. Dezember 2017

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Dax 10.000 Zehn Irrtümer über Aktien

Wohin mit dem Geld? Aktien sind wieder gefragt - für viele aus Mangel an Alternativen

4. Teil: Irrtum 4: Nach fünf Jahren Kursrally ist Schluss

Die These, dass ein Aufschwung am Aktienmarkt nach spätestens fünf Jahren zu Ende gehen muss, speist sich aus Erfahrungen der Vergangenheit: Dax-Anleger haben seit 2000 zwei schmerzhafte Crashs erlebt. Nach dem Platzen der Internet-Blase taumelte der Dax im März 2003 auf sein Tief, um dann bis Herbst 2008 stetig anzusteigen. Dann der zweite Crash: Die Kurse erreichten im März 2009 ihren Tiefpunkt, um dann erneut mehr als 5 Jahre lang zu klettern.

Die These, dass der Dax spätestens im Herbst 2014 erneut abstürzen wird, drängt sich beim Blick auf den Langfrist-Chart auf. Doch sie hat einen Makel: Es macht an der Börse keinen Sinn, Kursverläufe aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu übertragen.

Börse bedeutet Unsicherheit. Aktienkurse entstehen nur deshalb, weil sie nicht planbar sind: Könnte man aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen, gebe es keinen Börsenhandel, denn dann wüssten alle Marktteilnehmer, wohin die Reise geht und die Kurse würden sich sofort bei diesem vorhersagbaren Niveau einpendeln. Die Versuchung, Kursmuster aus der Vergangenheit fortzuschreiben, liegt in der menschlichen Natur: Viele Börsenbriefe leben davon ("Diese Aktie hat sich verdoppelt - und wird sich erneut verdoppeln"). Nur wenige Menschen (außer den Börsenbrief-Autoren) haben mit dieser Strategie Geld verdient.

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