Donnerstag, 29. September 2016

Börse US-Börsenrally schiebt Dax Richtung 10.000 Punkte

Händler an der Wall Street: Der Dow Jones hat im Jahr 2014 bislang rund 9 Prozent zugelegt - deutlich stärker als der Dax

Die Chancen, dass der Dax zum Jahresschluss die Marke von 10.000 Zählern zurückerobert, stehen gut: In den USA haben Dow und S&P 500 am Freitag neue Rekordhochs erreicht. Aktienkäufer hoffen auf Kursgewinne - die Wähler in Griechenland könnten am Montag jedoch die Börsenparty verderben.

Frankfurt am Main - Anleger hoffen zum Jahreswechsel auf weitere Kursgewinne: Dank des starken Wachstums der US-Wirtschaft - sie wuchs im dritten Quartal mit 5 Prozent so stark wie seit 10 Jahren nicht mehr - sowie der Aussicht auf neue Geldspritzen der Europäischen Zentralbank im Januar setzen viele Anleger auch im Jahr 2015 auf Dividendenpapiere. "An Aktien führte 2014 kein Weg vorbei. Und diese Aussage gilt auch für 2015", betont Asoka Wöhrmann, der bei der Deutschen Asset & Wealth Management die Investitionsentscheidungen verantwortet.

Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg zufolge könnte der Dax Börsen-Chart zeigen zum Jahreswechsel wieder auf Tuchfühlung mit der 10.000-Punkte-Marke gehen.

Rückenwind kommt jedenfalls von der Wall Street: In den USA wurde am Freitag im Gegensatz zu Deutschland gehandelt, und Dow Jones Börsen-Chart zeigen und S&P 500 legten am Freitag weiter zu und beendeten die Weihnachtswoche mit Rekordschlussständen. Auch an der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen freuten sich Investoren am zweiten Weihnachtstag über weitere Kursgewinne, der Index notiert inzwischen über 4800 Zählern und pirscht sich an sein altes Rekordhoch von 5132 Zählern aus dem Frühjahr 2000 wieder heran.

Der Dax Börsen-Chart zeigen war am Dienstag (23.12.) mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 9922 Punkte aus dem Handel gegangen. Anleger hoffen am Montag (29.) und Dienstag auf weitere Kursgewinne - der Index könnte dann das Börsenjahr jenseits der 10.000-Punkte-Marke beenden.

Das Börsenjahr 2014 endet in Deutschland am 30. Dezember um 14.00 Uhr (MEZ). In den USA wird an Silvester noch gehandelt.

USA als Konjunkturmotor, EZB als Retter in der Not

Von weiteren Konjunkturdaten aus den USA erhoffen sich Börsianer eine Bestätigung des Aufschwungs. Mit Spannung warten Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht für Dezember, der am 09. Januar vorgelegt wird. Zwei Tage zuvor liefern die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP bereits Hinweise auf die offiziellen Daten. Ebenfalls am 7. Januar veröffentlicht die US-Notenbank die Protokolle ihrer jüngsten Sitzung. Börsianer werden den Text auf Signale für den Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung abklopfen.

In der Euro-Zone sind die Konjunkturdaten weniger berauschend. Anleger wetten jedoch darauf, dass EZB-Chef Mario Draghi bereits im Januar mit dem Kauf von Staatsanleihen beginnen und so die Politik des billigen Geldes fortführen wird. Bundesbank-Chef Jens Weidmann lehnt Staatsanleihenkäufe ab, weil er darin eine verdeckte Form der Staatsfinanzierung sieht. Doch angesichts der äußerst geringen Inflationsraten in der Euro-Zone sind die deutschen Warner in der Minderheit.

Mögliche Neuwahlen in Griechenland als Kursbremse

Griechenland könnte den Anlegern am Montag jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Der Ausgang der dritten Runde der Präsidentenwahl am Montag entscheidet auch darüber, ob es in dem Krisenland zu Jahresbeginn zu einer vorgezogenen Parlamentswahl kommt. Kommt es zu Neuwahlen, dann gilt die linke reformkritische Syriza-Partei als Favorit.

Bei einer erfolgreichen Präsidentenkür werde vor allem die Athener Börse mit einer Erleichterungsrally reagieren, sagt NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Auch den übrigen europäischen Börsen werde dies Schub verleihen.

Rubel-Krise: Niedriger Ölpreis macht Russland zu schaffen

Nach dem jüngsten Kurssturz des Rubels ist Börsianern zufolge auch Russland ein Unsicherheitsfaktor. "Der niedrige Ölpreis ist für die russische Wirtschaft wegen deren Abhängigkeit von Rohstoff-Exporten zwar ein Problem", betont Basse. Aber die Regierung in Moskau habe noch mehr Möglichkeiten, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Hierzu gehöre die Privatisierung von Staatsfirmen. Finanzminister Anton Siluanow sagte zuletzt, die Wirtschaftsleistung könne 2015 um vier Prozent schrumpfen, sollte der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau von rund 60 Dollar pro Fass bleiben.

Nasdaq peilt neue Rekordstände an - wann geht Apple die Puste aus?

In New York warten die Anleger darauf, dass die Technologiebörse Nasdaq im kommenden Jahr ebenfalls auf einen Höchststand steigen wird. Der bisherige wurde im März 2000 mit 5132,52 Punkten erreicht. Zuletzt notierte der Nasdaq bei 4806 Stellen. Um ein Rekordniveau zu rechtfertigen, müssten die Firmen nun entsprechende Geschäftszahlen vorlegen, sagt Investmentstratege Jack Ablin von der BMO Private Bank. Viele Börsianer fragen sich, wann der große Durchbruch bei den Biotechwerten kommt, die im ablaufenden Jahr kräftige Kursverluste verzeichneten.

Ob Schwergewicht Apple Börsen-Chart zeigen die Nasdaq weiter nach oben ziehen wird, steht infrage. Experten bezweifeln, dass das wertvollste börsennotierte US-Unternehmen nach sechs Jahren mit Kursgewinnen in Folge weiter zulegen wird.

von Hakan Ersen, Reuters

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