Donnerstag, 21. Februar 2019

Börse Dax fällt Richtung 11.000 Punkte, Dow Jones schwächelt

Dax: Die jüngste Erholung des Dax gerät ins Stocken
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Dax: Die jüngste Erholung des Dax gerät ins Stocken

Die Unsicherheiten rund um den Brexit und ein enttäuschender Ausblick der Schweizer Großbank UBS haben Anlegern am Dienstag die Lust auf Aktien genommen. Der Dax nähert sich wieder der Marke von 11.000 Punkten. In den USA geben Dow Jones und Nasdaq im frühen Handel nach.

Weitere Kursverluste: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag erneut nachgegeben. Er verlor bis zum Nachmittag 0,5 Prozent auf 11.081 Punkte. Bereits am Montag hatte er nach enttäuschenden chinesischen Konjunkturdaten 0,6 Prozent im Minus geschlossen. Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien von Covestro und die Papiere der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, die unter enttäuschenden Zahlen der Schweizer UBS litten.

Börsianer sprachen von Zurückhaltung vor der Startglocke an der Wall Street. Dort waren die Börsen am Vortag wegen eines Feiertags geschlossen. In New York startete der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Dienstag mit Verlusten in den Handel und gab 0,6 Prozent auf 24.555 Zähler nach. Auch der Tech-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gab um 0,5 Prozent nach. Quartalszahlen von Schwergewichten wie IBM Börsen-Chart zeigen und Johnson & Johnson Börsen-Chart zeigen könnten im Laufe des Tages für Impulse sorgen.

Devisenstrategin Antje Praefcke von der Commerzbank wies mit Blick auf die Märkte darauf hin, dass die tiefe politische Zerstrittenheit in den USA und auch in Großbritannien "erhebliche Risiken" für die Wirtschaft und damit "teils dramatische negative Auswirkungen" für die eigene Bevölkerung habe. Der Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen in Japan gab am Dienstag ein halbes Prozent nach auf 20.622 Zähler.


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Bei den Einzelwerten im Dax fielen Linde und Lufthansa mit Kursgewinnen auf. Linde Börsen-Chart zeigen stiegen um 1,62 Prozent. Der Hersteller von Industriegasen will für bis zu sechs Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurückkaufen.

Papiere der Lufthansa Börsen-Chart zeigen verteuerten sich um 2,3 Prozent, nachdem die Bank Morgan Stanley den Titel zum Kauf empfohlen hatte.

Anteile von Hugo Boss Börsen-Chart zeigen verteuerten sich nach einem robusten Umsatz des Modekonzerns im vierten Quartal als MDax-Spitzenreiter um 5,88 Prozent. Vor allem im Großhandel habe Hugo Boss stark abgeschnitten, sagte Analystin Elena Mariani von Morgan Stanley.

Der ohnehin arg strapazierte Kurs der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen verlor 3,2 Prozent. Er wurde belastet von eher schwachen Ergebnissen der schweizerischen UBS Börsen-Chart zeigen. Deren Aktien gerieten in Zürich unter Druck.

Aktien des Spezialchemiekonzerns Covestro Börsen-Chart zeigen fielen am Dax-Ende um 3,6 Prozent, belastet von einer Abstufung von "Kaufen" auf "Halten" durch die Commerzbank.

Eine Verkaufsempfehlung des Investmenthauses Mainfirst setzte die Papiere des Dünger- und Salzkonzerns K+S unter Druck. Sie büßten 3 Prozent ein und waren größter Kursverlierer im MDax.

Eine Kaufempfehlung der Bank Société Generale ließ den Kurs des Baudienstleisters Hochtief Börsen-Chart zeigen um 5 Prozent zulegen.

Für die Aktien des Konsumgüterkonzerns Henkel Börsen-Chart zeigen ging es um 1,4 Prozent abwärts nach einem Einbruch von fast 10 Prozent am Vortag. Hier belasteten negative Einschätzungen mehrerer Banken und Broker. Der Konzern hatte am Montag mit Prognosen für 2019 enttäuscht.

Euro auf Zwei-Wochen-Tief, Pfund unter Druck

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Dienstag gesunken. Am Morgen fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,1346 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit etwa zwei Wochen. Am Vormittag wurde der Euro wieder etwas höher bei 1,1356 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1362 Dollar festgesetzt..

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern gehen die Anleger nach einer pessimistischen Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft vorerst auf Nummer sicher. Am Morgen waren vergleichsweise sichere Anlagen wie der japanische Yen und US-amerikanische Staatsanleihen gefragt. Zum Wochenauftakt hatte der IWF seine Wachstumsprognose angesichts ungelöster Handelskonflikte und eines drohenden Brexit-Schocks erneut zusammengestrichen.

Nach der Präsentation eines alternativen Brexit-Plans der britischen Premierministerin Theresa May bleibt das Pfund unter Druck. Es verbilligte sich am Dienstag um 0,1 Prozent auf 1,2877 Dollar. "Dass der Brexit für Verunsicherung sorgt, ist nicht allein dem unsinnigen Vorhaben geschuldet, sondern vor allem der seit zwei Jahren vorherrschenden Planlosigkeit der handelnden Personen in London", erläuterte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. "Dies zeigte sich gestern erneut, denn der 'Plan B' der Premierministerin erscheint ebenso wenig mehrheitstauglich, wie der mit der EU verhandelte Austrittvertrag."

Im weiteren Tagesverlauf wird mit einem eher impulsarmen Handel am Devisenmarkt gerechnet. Es stehen nur wenige wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Für etwas Bewegung könnten die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Deutschland sorgen, die am späten Vormittag auf dem Programm stehen.

Ölpreise durch IWF-Prognose belastet

Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 62,02 US-Dollar. Das waren 72 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 51 Cent auf 53,29 Dollar.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern machten Anleger am Morgen einen Bogen um vergleichsweise riskante Anlagen, zu denen auch Rohöl zählt. Nach einer pessimistischen Einschätzung zur weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft durch den Internationalen Währungsfonds waren am Morgen eher sichere Anlagehäfen gefragt, wie der japanische Yen oder US-amerikanische Staatsanleihen.

dpa-afx, rtr

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