Montag, 15. Oktober 2018

Börse Kursrutsch im Dax - Auto-Aktien und Thyssen tauchen ab

Der Dax knickt ein. Drohungen von US-Präsident Trump zu möglichen Zöllen auf sämtliche chinesisch Importe setzen die Börsen unter Druck. Zudem kritisiert Trump die US-Notenbank Federal Reserve.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist zum Wochenschluss eingeknickt. Bis zum Mittag war der deutsche Leitindex zeitweise wieder auf Erholungskurs gegangen und war über die Marke von 12.700 Zählern geklettert. Anschließend gab der Index jedoch binnen weniger Minuten deutlich nach und fiel bis zum Nachmittag unter die Marke von 12.500 Punkten. An der Wall Street startete der Dow Jones Börsen-Chart zeigen ebenfalls im Minus.

Anlass für den Kursrutsch sind erneut Aussagen von Donald Trump. Der US-Präsident hat nach einem Bericht des TV-Senders CNBC seine Bereitschaft bekräftigt, Zölle auf sämtliche chinesische Importe im Wert von 500 Milliarden Dollar zu verhängen. Er sei bereit, die Zölle auf chinesische Waren massiv auszuweiten, sagte Trump in einem Interview mit den Fernsehsender CNBC, das am Freitagmittag ausgestrahlt wurde. Der Präsident bezifferte den Wert der betroffenen Waren erneut mit 500 Milliarden US-Dollar.

Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hatte die amerikanische Regierung bereits Strafzölle unter anderem gegen China und gegen die EU erhoben.

Nun wächst auch in der EU erneut die Angst, dass die USA Strafzölle auf Auto-Importe aus der EU erheben könnte. Die Aktien der deutschen Autohersteller Daimler Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen gaben daraufhin zwischen 2 und 3 Prozent nach. Kräftige Verluste erlitt auch die Aktie von Thyssenkrupp, die zeitweise knapp 4 Prozent nachgab.

Kritik an der Fed

Die offene Kritik von Trump an der Notenbank Federal Reserve bereitet Anlegern zusätzlich Kopfschmerzen. "Trump schießt verbal in Richtung eigene Notenbank und gefährdet damit die Unabhängigkeit dieser Institution, die so wichtig ist für das Funktionieren der Geldpolitik", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Vor den Zwischenwahlen werden starke Töne angeschlagen. Da sind natürlich Zinsanhebungen der Fed eher lästig."

Trump hatte in einem TV-Interview gesagt, er sei von der US-Geldpolitik "nicht begeistert". Die US-Zentralbank hat den Schlüsselsatz seit Anfang 2018 zwei Mal erhöht. Experten rechnen bis Jahresende mit bis zu zwei weiteren Schritten.

Wall Street: Dow Jones im Minus, Microsoft auf Rekordhoch

Der eskalierende amerikanisch-chinesische Handelsstreit hat am Freitag auch die Anleger an der Wall Street verunsichert. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel um 0,3 Prozent, während der S&P 500 und der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen kaum verändert notierten.

Unter den Einzelwerten standen Microsoft Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von über drei Prozent hoch im Kurs. Der US-Softwareriese profitierte im vergangenen Quartal vom boomenden Cloud-Geschäft.

Aktien des Siemens-Rivalen General Electric Börsen-Chart zeigen (GE) fielen um drei Prozent. Der Industriekonzern hatte für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von 28 Prozent ausgewiesen.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von RWE Börsen-Chart zeigen, die nach einer Empfehlung von Morgan Stanley rund 1 Prozent zulegten. Auch das Dax-Schwergewicht Bayer verzeichnete Gewinne von rund 1 Prozent.

"Der Handelskonflikt schwebt nach wie vor wie eine dunkle Wolke über den Börsen", sagte Thomas Altmann von QC Partners. Für Gesprächsstoff sorgen neuerdings angekündigte Gegenmaßnahmen der Europäischen Union, sollten die USA tatsächlich Strafzölle auf Autos einführen.

Außerdem verfallen an diesem Freitag Optionen auf Aktien und Indizes. Dies kann die Börsenkurse zusätzlich bewegen.

Empfehlung stützt RWE, Siemens-Rivale GE mit Zahlen

In der Bilanzsaison schalten die Unternehmen vorübergehend einen Gang zurück: Zu den wenigen Firmen, die zum Wochenschluss ihre Bücher öffnen, gehört der Siemens-Rivale General Electric (GE).

Bei den Einzelwerten lohnt sich ein Blick auf die Aktien von RWE . Bei dem Energiekonzern spiegelten sich besser werdende Aussichten noch nicht im Aktienkurs wider, schrieb Analyst Nicholas Ashworth von der US-Investmentbank Morgan Stanley. Aufwärtspotenzial komme zum Beispiel von einer steigenden Profitabilität bei der Stromerzeugung. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere gut 1 Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag.


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Handelsstreit mit USA wieder im Blick

Daneben richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf den Handelsstreit mit den USA. Zum Einen erhoffen sie sich Hinweise auf den aktuellen Stand vom Sommer-Interview von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

In Washington plädierte am Donnerstagabend der Verband der Automobilindustrie (VDA) für eine komplette Streichung von Handelsschranken. Damit knüpfte der VDA offenkundig an ein Treffen von Vorstandschefs deutscher Autokonzerne mit dem US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, an. Dieser soll Insidern zufolge einen Komplettverzicht auf bestehende Auto-Zölle beider Seiten ins Gespräch gebracht haben.

Wall Street und Nikkei mit Verlusten

An der Wall Street waren die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland abgebröckelt. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,5 Prozent tiefer, der Nasdaq verlor 0,4 Prozent. Der S&P500 fiel ebenfalls um 0,4 Prozent.

In Tokio gab der Nikkei Börsen-Chart zeigenam Freitag um 0,6 Prozent auf 22.639 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite stieg dagegen um 0,6 Prozent auf 2789 Punkte.

Euro kaum verändert, Fed-Aussagen stützen Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Freitag gestiegen. Die Gemeinschaftswährung profitierte damit weiter von Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump vom Vorabend, der in einem Fernsehinterview die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed kritisiert hatte. Am Morgen legte der Euro aber nur noch vergleichsweise leicht zu und wurde bei einem Tageshoch von 1,1668 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag deutlich tiefer auf 1,1588 Dollar Börsen-Chart zeigen festgesetzt.

reuters/dpa

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