Sonntag, 11. Dezember 2016

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Erholung an der Börse Die Aufholjagd der Auto-Aktien

VW-Tochter Lamborghini auf dem Autosalon in Genf: Auch die VW-Aktie hat an der Börse zuletzt beschleunigt

Die Aktien von VW, Daimler und BMW haben in dieser Woche zweistellig zugelegt. Eine Erholungschance oder nur eine kurzfristige Reaktion auf den Absturz? Vor allem bei VW bleibt es heikel.

Gestern noch Sorgen, heute viel Glanz: Auf dem Genfer Autosalon will sich die Autoindustrie bis Mitte März von ihrer glänzenden Seite zeigen - und so unerfreuliche Themen wie den VW-Abgasskandal oder die Konjunkturschwäche in China in den Hintergrund drücken. Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen des bayerischen Autobauers BMW haben sich auch an der Börse die Perspektiven für die deutschen Autobauer wieder aufgehellt: Die Aktien von BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen und des Zulieferers Continental Börsen-Chart zeigen haben in dieser Woche jeweils zweistellig zugelegt (siehe Fotostrecke). Sind Krise und Kursrutsch vergessen?

Zwei Gründe werden für das Comeback der Car-Aktien genannt. Es könnte, Möglichkeit eins, lediglich ein durch kurzfristig orientierte Schnäppchenjäger ausgelöster "Rebound" sein. Was tief gefallen ist, wird wie ein Ball auch wieder nach oben springen. Wenn einige opportunistische Investoren bei "ausgebombten" Aktien zugreifen, treibt das deren Kurse schnell nach oben.

Die zweite Möglichkeit ist, dass mehr hinter dem Aufschwung steckt. Ein verändertes Denken in den Vorstandsetagen der Konzerne zum Beispiel, das dazu führt, Vorfälle wie den VW-Abgasskandal künftig zu vermeiden. Oder die Hinwendung zum autonomen Fahren. Oder der Glaube an den Erfolg der ehrgeizigen Zukunftsmodelle, wie sie in Genf derzeit zur Schau gestellt werden.

Eine Umfrage unter Profi-Investoren zeigt: Die Mehrzahl glaubt offenbar an die erste Option. "Ich sehe den Autosektor eher kritisch", sagt zum Beispiel Christian von Engelbrechten, der bei Fidelity mit dem Germany Fund einen Deutschlandfonds verwaltet. "Durch hohe Investitionen bei gleichzeitig hohem Wettbewerb sind die Margen langfristig gering. Der Return on Invested Capital ist unterdurchschnittlich."

In die gleiche Kerbe schlägt Henrik Muhle, Fondsmanager des Acatis Gané Value Event. Die Konzerne hätten wenig bis gar keine Möglichkeiten, die Preisschraube nach oben zu drehen. Derzeit werde jedes Auto mit sattem Rabatt verkauft. Wie soll man da die künftigen Gewinner identifizieren?

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