Freitag, 20. Oktober 2017

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Cum-Cum und Cum-Ex Wie Banken den Fiskus mit Dividenden-Geschäften austricksen

Commerzbank in Frankfurt: Die mit Steuergeldern unterstützte Bank soll in besonderem Ausmaß zweifelhafte Cum-Cum-Geschäfte betrieben und damit den Staat um viel Geld erleichtert haben

2. Teil: Wie funktioniert ein Cum-cum-Geschäft?

Besitzer deutscher Aktien im Ausland und Besitzer deutscher Aktien im Inland sind steuerrechtlich nicht ebenbürtig. Zwar zahlt auch der inländische Aktieninhaber Kapitalertragsteuer auf die Dividende, kann sich diese vom Fiskus durch Verrechnung mit Verlusten und Kosten aus anderen Wertpapiergeschäften aber erstatten lassen.

Der ausländische Besitzer deutscher Aktien kann dies so nicht, muss rund 15 Prozent Kapitalertragsteuer abführen. Das umgeht er durch einen Trick: Vor dem Dividendenstichtag leiht er die Aktie einem inländischen Finanzdienstleister gegen Gebühr (die z.B. 95 Prozent der Dividende entspricht) . Dieser Dienstleister - zumeist eine Bank - kassiert die volle Dividende und führt darauf 25 Prozent Kapitalertragsteuer ab.

Die Bank lässt sich die Kapitalertragsteuer erstatten und gibt kurz nach dem Dividendenstichtag die Aktie samt eines Großteils der Dividende (besagte 95 Prozent) an den ausländischen Besitzer zurück. Der streicht die Dividende quasi steuerfrei ein während die Bank an den einbehaltenen 5 Prozent verdient.

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