Montag, 26. September 2016

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Trend Crowd-Gelder für Immobilien - das sollten Sie wissen

Geld für Immobilien: Crowd-Plattformen sind im Kommen

Das Geschäftsprinzip der Crowdfunding-Plattformen ist relativ einfach. Sie sammeln Geld von einem Schwarm privater Anleger, der Crowd, um damit Immobilienprojekte zu finanzieren. Die Idee ist nicht ganz neu: Seit einigen Jahren beschaffen sich auf diese Weise Start-up-Unternehmen Kapital, ohne teure Bankkredite aufzunehmen. So ähnlich funktionieren auch die Crowdfunding-Portale im Immobilienbereich.

Sie fungieren als Vermittler zwischen Anlegern und Immobilienentwicklern mit Finanzbedarf. Die Plattformen sammeln meist einen relativ kleinen Teil des Geldes ein, das der Entwickler zur Umsetzung seines Projekts braucht.

Zum Beispiel beim Kauf eines Geschäftshauses: 60 Prozent des Preises kommen von der Bank, der Entwickler verfügt über 30 Prozent Eigenkapital. Die fehlenden 10 Prozent soll die Crowd beisteuern. "Es ist eine Art Hypothek, mit der sich Projekte verwirklichen lassen, die sonst nicht laufen würden", sagt Jan Mutl, Professor für Immobilienökonomie an der European Business School in Wiesbaden.

Die letzten paar Prozent seien deshalb für die Entwickler viel wert. Außerdem können Banken das vom Schwarm bereitgestellte Geld als Eigenkapital anrechnen mit der Folge, dass der Entwickler ein besseres Kreditrating und so günstigere Konditionen erhält.

Hohe Zinsen, hohes Risiko

Darin liegen für Privatanleger Chancen und Risiken. Einerseits bieten die Plattformen Zinsen von etwa 6 Prozent an aufwärts - weit mehr, als es fürs Spar- und Tagesgeldkonto gibt. Zusätzlich locken einige mit einer Überschussbeteiligung. Andererseits ist der eingezahlte Betrag als Darlehen "schlecht besichert, weil es meist nachrangig hinter den Banken steht", erklärt Professor Mutl.

Das heißt, im Fall einer Insolvenz würden zuerst die Forderungen von Banken und Handwerkern bedient, erst danach folgt die Crowd. Zum Schluss kommen die Eigenkapitalgeber an die Reihe. Weil die Crowd in der Mitte steht, sprechen Fachleute auch von Mezzanine-Geldgebern oder Mezzanine-Kapital. Unter dem Strich gilt also für Crowdinvesting, was für andere Anlageformen gilt: hohe Zinsen, hohes Risiko.

Alexander Krolzik von der Verbraucherzentrale Hamburg ist die Absicherung der Anleger ein Dorn im Auge. Er moniert, dass bei Crowdinvesting häufig Anteilsscheine oder Schuldverschreibungen ausgegeben werden. "Bei Immobilien habe ich aber nur eine Absicherung über das Grundbuch", erklärt Krolzik. "Wenn ich da als Gläubiger nicht drin stehe, kann ich nicht auf die Immobilie zugreifen." Er bezweifelt, dass allzu viele Portale den Schwarm ins Grundbuch eintragen und so absichern - Aufwand und Kosten seien zu hoch.

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