Freitag, 17. August 2018

NEM und Bitcoin im Fokus Nach Diebstahl - Japans Finanzaufsicht maßregelt Krypto-Börse

Nach dem Millionen-Diebstahl von Digitalgeld durch Hacker hat die japanische Finanzaufsicht die Handelsplattform Coincheck in die Pflicht genommen. Wie japanische Medien berichteten, rügte die Financial Services Agency (FSA) Coincheck, eine der größten Handelsplattformen für Kryptowährungen in Japan, über keine ausreichenden Maßnahmen zur Abwehr solcher Hackerangriffe zu verfügen.

Die Plattform wurde angewiesen, entsprechende Verbesserungen vorzunehmen. Auch die Polizei plane Ermittlungen zu dem Vorfall, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Am Freitag hatte Coincheck den Verlust des Digitalgeldes NEM im Wert von gut 400 Millionen US-Dollar (320 Mio Euro) verkündet.

Die Plattform will die betroffenen 260.000 Nutzer des Digitalgelds nun entschädigen. Sie sollen 88,549 japanische Yen (82 US-Cent) für jede Einheit der gestohlenen Digitaldevise NEM erhalten, wie die Plattform mitteilte. Insgesamt 523 Millionen Einheiten seien gestohlen worden. Bestreiten will Coincheck die Rückzahlung aus eigenen Mitteln.

Nach Bekanntgabe der Entschädigung zog der NEM-Preis an, auch andere Digitalwährungen legten zu. Die Krypto-Leitwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen hingegen pendelte kaum verändert um die Marke von 11.000 US-Dollar.

Die Probleme bei Coincheck lassen Erinnerungen wach werden an die ehemalige Bitcoin-Börse Mt.Gox, die 2014 nach spektakulärem Verschwinden einer hohen Anzahl von Bitcoins letztlich unterging. Auch dürften Vorfälle wie der bei Coincheck Stimmen lauter werden lassen, die eine staatliche Kontrolle des bisher weitgehend unregulierten Handels mit Kryptowährungen fordern

Bitcoin-Kaufrausch: Die Psycho-Fallen der Bitcoin-Bullen

Auch in Europa gibt es mittlerweile zahlreiche Stimmen, die sich für gesetzliche Regelungen für den bisher weitgehend unregulierten Handel mit Computerwährungen aussprechen. So sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, am Dienstag: "Wir wollen, dass Europa die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie, die den Kryptowährungen zugrunde liegt, nutzt. Aber dazu müssen wir wachsam sein und verhindern, dass sie ein Symbol für widerrechtliches Verhalten werden." Er regte ein Treffen hochrangiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft an.

mm und Mynd erklären: So funktionieren Kryptowährungen

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Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste Digitalwährung. Von diesen gibt es mittlerweile fast 1500. Im vergangenen Jahr haben viele Kryptowährungen massiv an Wert gewonnen. Der Bitcoin etwa war von weniger als 1000 Dollar bis auf fast 20.000 Dollar gestiegen. Vor wenigen Wochen wurde die Rekordjagd jedoch beendet, weil Forderungen nach stärkerer Kontrolle bis hin zu Verboten von Digitalwährungen zunehmend die Runde machen.

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