Montag, 20. August 2018

Peking sammelt Milliarden für Börsengänge ein An die Börse, Genossen! Chinas Techgiganten sollen fliegen

An die Börse, Genossen! Chinas Staatsführung unterstützt heimische Technologiekonzerne bei ihrem Börsengang nach Kräften

Chinas Führung weist große Fonds an, Techgiganten wie Xiaomi oder Alibaba beim Börsengang kräftig unter die Arme zu greifen. Sie sollen umgerechnet mindestens 40 Milliarden Euro einsammeln und selbst als Ankerinvestor die Papiere mehrere Jahre halten. Das ist für die Fonds nicht ohne Risiko, denn Techwerte an Chinas Börsen sind schon hoch bewertet.

Chinas Führung greift den heimischen Tech-Giganten bei deren geplanten Börsengängen unter die Arme. Sechs Investmentfonds sollen im Auftrag der Regierung bei Investoren bis zu 300 Milliarden Yuan (umgerechnet 40 Milliarden Euro) einsammeln, um damit die Platzierungen von Unternehmen wie dem Smartphonehersteller Xiaomi und dem Amazon-Konkurrenten Alibaba an chinesischen Börsen zu unterstützen.

Jeder der sechs Fonds soll in den nächsten Tagen 50 Milliarden Yuan bei privaten und bei professionellen Investoren einsammeln. Die Fonds sollen nach dem Willen der Regierung dann als Ankerinvestor an den Börsengängen der Tech-Firmen teilnehmen und sich verpflichten, die Aktien drei Jahre lang zu halten.

Dies sehen einige Experten kritisch, da nicht absehbar sei, wie sich die Technologiebranche weiter entwickele, und die meisten Unternehmen bereits hoch bewertet seien am Kapitalmarkt.


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Xiaomi strebt in den kommenden Wochen eine Platzierung am Hongkonger Aktienmarkt an. Bei der Neuemission will der Smartphonehersteller etwa zehn Milliarden Dollar einsammeln. Es wäre der größte Börsengang eines chinesischen Technologieunternehmens seit fast vier Jahren.

2014 hatte Alibaba fast 22 Milliarden Dollar bei seinem Wall-Street-Debüt eingenommen. Nun plant Alibaba auch einen Börsengang in China. Außerdem will der Google-Rivale Baidu, der ebenfalls bereits in den USA gelistet ist, in China Aktien zum Handel anbieten.

Das Klima für Börsengänge in China ist derzeit gut. Nicht nur, dass Emittenten die Stücke quasi aus den Händen gerissen werden. Bei der Erstnotiz könnten Anleger vielmehr auch mit kräftigen Zeichnungsgewinnen rechnen, wie erst vor wenigen Tagen der Börsengang der Industrie-Tochter des Apple-Zulieferers Foxconn zeigte. Die Aktien von Foxconn Industrial Internet schossen an ihrem ersten Handelstag um 44 Prozent auf 19,83 Yuan in die Höhe.

rei mit Reuters

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