Mittwoch, 20. März 2019

CFDs zum Teil betroffen Bafin verbietet komplexe Finanzwetten für Privatanleger

Börse: Die Bafin verbietet den Verkauf von CFDs mit Nachschusspflicht an Privatanleger. Normale Hebelprodukte bleiben von dem Verbot unberührt

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin greift auf dem Markt für komplexe Finanzwetten für Privatanleger ein. Zum Anlegerschutz verbiete sie Vermarktung, Vertrieb und Verkauf von finanziellen Differenzgeschäften (CFDs) mit Nachschusspflicht, teilte die Behörde am Montagabend mit. Die Papiere hätten für Privatkunden ein "unkalkulierbares Verlustrisiko", erklärte die Chefin der Wertpapieraufsicht der Bafin, Elisabeth Roegele. Entsprechende Pläne hatte die Finanzaufsicht bereits im Dezember angekündigt. Anbieter der Papiere haben nun drei Monate Zeit, auf das Verbot zu reagieren.

Mit CFDs können Anleger auf die Kursentwicklungen etwa von Aktien oder Rohstoffen spekulieren. Verglichen mit Direktinvestments ist der Kapitaleinsatz gering, da die Papiere nur die Kursänderungen abbilden. Bei einer positiven Abweichung erhält der Anleger den Differenzbetrag, bei einer negativen muss er diesen ausgleichen.

CFDs ohne Nachschusspflicht werden weiterhin verkauft

Bei CFDs mit Nachschusspflicht wetten Anleger nicht nur mit ihrem eingesetzten Geld, sondern müssen Geld nachschießen, wenn die auszugleichende Differenz den Kapitaleinsatz übersteigt. Sie können schlimmstenfalls ein Vielfaches ihres Geldes verlieren. "Das können wir aus Verbraucherschutzgründen nicht akzeptieren", so Roegele.

Die Anbieter von CFDs hatten zu Jahresbeginn noch versucht, die Verbotspläne der Bafin abzuwenden, indem sie schärfere Regeln zur Selbstverpflichtung für die Branche vorschlugen. Dies scheiterte nun.

Gegen CFDs ohne Nachschusspflicht geht die Bafin aber nicht vor. Die Behörde hatte bereits 2016 am Finanzmarkt interveniert und mit einem Verbot von sogenannten Bonitätsanleihen gedroht. Nach Zugeständnissen der Finanzbranche hatte sie aber darauf verzichtet.

CMC Markets, ein Anbieter von CFDs, begrüßte die Entscheidung der Bafin. Die Allgemeinverfügung für CFDs fordert ab dem 10. August 2017 den Schutz vor einer Nachschusspflicht, so dass Kunden nicht mehr Geld verlieren können als sie auf ihr Konto eingezahlt haben. Diese Funktionalität sei bereits auf der Handelsplattform verfügbar. CMC Markets werde daher die Vorschläge der BaFin in der gesetzten Frist in vollem Umfang umsetzen. Darüberhinaus fordert die BaFin keine weiteren Änderungen, auch keine Begrenzung des Hebels.

la/dpa/reuters

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