Donnerstag, 8. Dezember 2016

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Entscheidung des Bundesfinanzhofs steht an Steuern sparen auch mit Teilzeit-Arbeitszimmer?

Wohnen und Arbeiten: Bislang gibt es nur dann Steuervorteile, wenn das Arbeitszimmer ausschließlich beruftlich genutzt wird

Ein Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden? Für viele Beschäftigte ist das praktisch. Steuerlich können die Kosten dafür bislang aber nur geltend gemacht werden, wenn der Raum fast ausschließlich beruflich genutzt wird. Das könnte sich ändern.

Für Millionen Steuerzahler in Deutschland steht im Jahr 2016 ein wichtiges Urteil des Bundesfinanzhofs bevor: Ende Januar wird das höchste deutsche Steuergericht voraussichtlich eine Entscheidung des Großen Senats zur steuerlichen Behandlung eines häuslichen Arbeitszimmers bekanntgeben. Dabei geht es um die Frage, ob die Kosten für das Arbeitszimmer in der Wohnung oder dem Haus auch dann anteilig von der Steuer abgesetzt werden können, wenn der Raum nur teilweise für berufliche Zwecke genutzt wird (Az GrS 1/14).

Bislang ist die ausschließliche berufliche Nutzung Voraussetzung dafür, dass die Kosten für das Zimmer - zum Beispiel die anteilige Miete oder die Finanzierungskosten für den Immobilienkredit - steuerlich geltend gemacht werden können. Wer nicht nachweisen kann, dass er sein Arbeitszimmer nahezu ausschließlich dienstlich nutzt, geht hingegen meist leer aus. Dies könnte sich durch das neue Urteil ändern.

Abschließende Klärung durch den BFH erwartet

Der Kläger in dem Fall hatte sich in seinem Einfamilienhaus ein Arbeitszimmer eingerichtet, in dem er sich auch um die Verwaltung seiner vermieteten Mehrfamilienhäuser kümmerte. Die Kosten für das Arbeitszimmer machte der Mann in seiner Steuererklärung geltend, scheiterte damit aber beim Finanzamt. Der Fall landete vor dem Finanzgericht und dieses kam zu dem Schluss, dass der Mann das Arbeitszimmer zu 60 Prozent für die Immobilienverwaltung nutzte.

Diese anteiligen Kosten erkannte das Finanzgericht an und stellte sich damit gegen die bisherige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Im Jahr 2013 befasste sich deshalb erneut ein Senat des höchsten Steuergerichts mit der Frage und legte den Fall zur abschließenden Klärung dem Großen Senat vor, dessen verbindliche Entscheidung nun erwartet wird.

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la/dpa

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