Dienstag, 24. Mai 2016

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300-Millionen-Euro-Deal Bremer Landesbank verkauft 32 Frachter auf einen Schlag

Containerschiff bei Wilhelmshaven: 32 vergleichbare Frachter verkauft die Bremer Landesbank im Paket

Bei der Bremer Landesbank geht gegenwärtig eine Schiffstransaktion größeren Kalibers über die Bühne. Wie ein Sprecher auf Anfrage bestätigte, verkauft die Bank 32 Containerschiffe auf einen Schlag. Es handele sich um Feederschiffe der Größenordnung bis 2000 TEU (Stellplätze für Standard-Container), also vergleichsweise kleine Frachter, so die Bremer LB in einer Stellungnahme gegenüber manager-magazin.de.

Über Details des Deals wollte sich der Sprecher mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Informationen nicht äußern. Wie der "Tägliche Hafenbericht" in Hamburg berichtet, hat der Deal jedoch ein Volumen von rund 300 Millionen Euro. Käufer der Schiffe, von denen 15 laut Landesbank bereits übergeben wurden, sei Branchenkreisen zufolge das norwegische Schifffahrtsunternehmen OSM.

Mit der Transaktion verlieren vermutlich einmal mehr zahlreiche private Geldanleger, die sich an geschlossenen Schiffsfonds beteiligt hatten, endgültig viel Geld. Wie die Landesbank mitteilt, standen die Frachter bislang im Eigentum von europäischen Reedern und deutschen KGs. Bei letzteren dürfte es sich vor allem um Schiffsfonds handeln, über die das Geld privater Anleger in die Schiffe geschleust wurde.

Hintergrund: Weil sich die Schifffahrt seit Jahren in der Krise befindet, sind auch zahllose Schiffsfonds in Schieflage geraten. Hunderte Fondsschiffe mussten bereits Insolvenz anmelden, weiteren droht ein ähnliches Schicksal. Letzter Ausweg sind oft Verkäufe der Schiffe, wie jetzt bei der Bremer Landesbank. Denn in vielen Fällen sind die Eigentümer, häufig also die Gesellschafter der Fonds, nicht bereit, frisches Geld nachzuschießen, um ihr Investment zu stützen.

Aufgrund der Marktschwäche werden bei solchen Verkäufen allerdings in der Regel lediglich Preise erzielt, die nicht ausreichen, um sämtliche Ansprüche der Anleger zu befriedigen. Denn zuerst darf sich stets die kreditgebende Bank aus dem Verkaufserlös bedienen, um ihre noch ausstehenden Darlehen soweit möglich zu begleichen.

Auch im vorliegenden Fall waren die bisherigen Eigentümer laut Landesbank Bremen nicht bereit, weiteres Geld beizusteuern, um ihr Investment am Leben zu erhalten. Stattdessen würden alle Beteiligten den Verkaufsprozess konstruktiv begleiten, so die Bank. Entsprechende Verkaufsbeschlüsse seien herbeigeführt worden.

Die Bremer Landesbank trennt sich indes nicht komplett von den Containerfrachtern. Sie bereinigt vielmehr lediglich ihr Kreditportfolio. Wie die Bank manager-magazin.de mitteilt, stellt sie auch für dem Käufer erneut Mittel für den Erwerb zu Verfügung.


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