Montag, 26. September 2016

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Top-Ökonomen halten Münzen und Geldscheine für überholt Bofinger und Rogoff fordern Abschaffung des Bargelds

Geldbörse: Die Abschaffung des Bargelds wäre "ein gutes Thema für die Agenda des G-7-Gipfels in Elmau", meint der Wirtschaftsweise Bofinger. Der US-Ökonom Kenneth Rogoff rät, im ersten Schritt auf die "großen Scheine" zu verzichten

Top-Ökonomen haben sich für eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen. "Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sind Münzen und Geldscheine tatsächlich ein Anachronismus", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Der Harvard-Professor Ken Rogoff plädierte ebenfalls dafür, Bargeld als Zahlungsmittel allmählich auslaufen zu lassen.

Bofinger sagte, falle das Bargeld weg, könnten die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden. Der Volkswirtschaftsprofessor forderte die Bundesregierung auf, auf internationaler Ebene für eine Abschaffung des Bargelds zu werben. "Das wäre jedenfalls ein gutes Thema für die Agenda des G-7-Gipfels in Elmau."

Rogoff: Als ersten Schritt nur Geldscheine mit geringem Wert herausgeben

Der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, sprach sich unterdessen im "Handelsblatt" (Montagsausgabe) dafür aus, als ersten Schritt nur noch die kleineren Banknotenstückelungen herauszugeben. "Ein sehr großer Anteil der negativen Begleiterscheinung der Bargeldnutzung hängt mit den großen Scheinen zusammen. Wenn man aufhört, diese auszugeben, dann hat man schon sehr viel erreicht."

Zur Begründung führte Rogoff an, die Anonymität von Bargeld werde gern für illegale Transaktionen genutzt oder um Steuern zu hinterziehen. Daneben gebe es geldpolitische Erwägungen: "Wenn die Geldhalter auf zinsloses Bargeld ausweichen können, dann kann die Zentralbank den Leitzins nicht allzu weit unter Null senken, selbst wenn das sinnvoll wäre, um eine lahmende Wirtschaft wieder in Gang zu bringen."

Kommentar: Bargeldverbot als Ultima Ratio

la/dpa/reuters

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