Freitag, 1. Juli 2016

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Börse Auto-Aktien und Deutsche Bank tragen Dax ins Plus

Dax-Halbjahresbilanz: Die größten Verlierer im Dax
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DPA

Die Erholung geht weiter: Der Dax schließt fest im Plus und auch auf Wochensicht stehen noch grüne Vorzeichen. Besonders gefragt waren am Freitag die Papiere der Deutschen Bank, Volkwagen, BMW und Daimler.

Erneutes Aufatmen am deutschen Aktienmarkt: Mit einem deutlichen Sprung nach oben an den zwei letzten Handelstagen hat der Dax seine zu Wochenbeginn noch deftigen Abgaben vergessen gemacht. Am Freitag profitierte er weiter vom deutlichen Ölpreisanstieg. Zudem schwächelte der Euro wieder, was den Aktien Auftrieb verleiht, da sich deutsche Waren außerhalb der Eurozone dann besser verkaufen lassen.

Der deutsche Leitindex beendete den Handel mit einem Plus von 1,95 Prozent auf 9513 Punkten beendete und legte damit im Wochenverlauf um 1,3 Prozent zu. Seinen bisherigen Jahresverlust verringerte er somit auf 11,5 Prozent.

Der MDax mit den Aktien mittelgroßer Unternehmen gewann am Freitag 0,94 Prozent auf 19.201 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,90 Prozent auf 1603,72 Punkte.

Zu den größten Gewinnern im Index zählten Banken- und Autowerte. Aktien der Deutschen Bank gewannen rund 5,8 Prozent auf 15,91 Euro und führten damit den Dax an. Volkswagen Börsen-Chart zeigen rückten um 4,6 Prozent, BMW Börsen-Chart zeigen um 3,6 Prozent vor, und Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen gewannen noch rund 3 Prozent. Die Aktie von K+ S Börsen-Chart zeigen, die wahrscheinlich in Kürze aus dem Dax absteigt, baute ihre Kursgewinne auf rund 4 Prozent aus.

Ölpreis nur knapp unter Jahreshoch

"Der Ölpreis könnte sich vom Saulus zum Paulus wandeln", ein Ausbruch nach oben sei möglich, erklärte Analyst Jochen Stanzl bei CMC Markets. Denn das Jahreshoch bei 35,86 US-Dollar je Barrel liege "nur einen Steinwurf entfernt". Der Ölpreisverfall war ein Grund für den völlig verpatzten Jahresauftakt an den Aktienmärkten, gilt er doch als Indikator für den Zustand der Wirtschaft. Sollte sich der "angestaute Kaufdruck der vergangenen vier Wochen" entladen, wären technisch betrachtet auch Preise von rund 40 bis 45 US-Dollar je Barrel in den kommenden Wochen denkbar, glaubt Stanzl.

Unterstützung durch Notenbanker beim Treffen der G20?

Unterstützung für die Börsen durch positive Impulse für die Weltwirtschaft erhoffen sich Anleger vom G20-Treffen am Freitag und Samstag in Shanghai. Dort beraten die Finanzminister und Notenbanker der führenden Industrie- und Schwellenländer unter anderem über die globale Konjunktur und eine Reform des Finanzsektors. Die Devisenexperten der Commerzbank halten konkrete Beschlüsse allerdings für unwahrscheinlich.

BASF zieht an - Dividende steigt trotz Gewinneinbruchs

Außerdem standen die Aktien von BASF Börsen-Chart zeigen im Fokus, die zum Handelsschluss rund 3 Prozent anzogen. Der Chemiekonzern stellt sich nach einem Gewinneinbruch 2015 zwar auf weiteren Ergebnisrückgang im laufenden Jahr ein. Dennoch soll mehr Geld an die Aktionäre ausgeschüttet werden, die Dividende soll um 10 Cent auf 2,90 Euro steigen. Ein Händler sagte am Morgen, der Markt habe mit einem noch trüberen Ausblick gerechnet. Ein anderer lobte die unerwartet hohe Dividende.

ElringKlinger mit Kurssprung

Im MDax standen die Papiere von ElringKlinger nach einem Zwischenbericht des Autozulieferers mit plus 9,15 Prozent ganz oben. Eine unerwartete Auftragsflut hat den Gewinn des Autozulieferers im vergangenen Jahr zwar belastet - die übervollen Auftragsbücher sind für die Firma wegen Sonderschichten und Sonderfrachten sehr teuer. Experten hatten allerdings zum Teil mit einem noch stärkeren Einbruch gerechnet. Zudem fiel der Umsatz besser als erwartet aus.

Salzgitter schwächeln nach Zahlen

Salzgitter Börsen-Chart zeigen gewannen nach der Zahlenvorlage 1,74 Prozent. Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank sprach von einem "enttäuschenden Ausblick 2016". Salzgitter kämpft weiter mit der Branchenkrise. Angesichts des heftigen Preisverfalls traut sich der Vorstand in diesem Jahr nur ein "in etwa" ausgeglichenes operatives Vorsteuerergebnis zu.

Kurssturz bei SGL Carbon und bei Gerry Weber

Die Aktien der SGL Group sackten im Nebenwerteindex SDax um gut 8 Prozent ab. Die dürre Nachfrage nach Graphitelektroden drückt den Kohlenstoffspezialisten noch tiefer in die roten Zahlen als gedacht.

Noch schlechter erging es den Anteilsscheinen von Gerry Weber mit knapp 9 Prozent Abschlag. Ein trüber Ausblick, umfangreiche Stellenstreichungen und Filialschließungen setzten die Papiere unter Druck.

Hochtief-Papiere setzten hingegen ihre Kursrally vom Vortag fort und erreichten bei 99,51 Euro ein neues Rekordhoch. Zuletzt lagen sie knapp 2 Euro tiefer noch mit 0,74 Prozent im Plus. Hochtief ist mit zweistelligem Kurszuwachs der mit Abstand beste MDax-Wert des noch jungen Jahres.


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