Sonntag, 22. Oktober 2017

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Börsen verunsichert Dax und Dow im Minus - wann liefert Trump?

Börse 2017: Die besten Dividendenwerte im Dax
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Der Dax geht am Freitag auf Talfahrt und rutscht wieder deutlich unter die Marke von 12.000 Punkten. Anleger zeigen sich ungeduldig mit Blick auf die bislang kurstreibenden Versprechen des neuen US-Präsidenten.

Es ist wieder Showtime an den Börsen: Am kommenden Dienstag wird US-Präsident Donald Trump zum ersten Mal vor dem amerikanischen Kongress sprechen. Aktienanleger hoffen hauptsächlich auf konkrete Aussagen zu seinen bislang vagen Steuerversprechen. Strategen zufolge sollte Trump die Geduld der Anleger nicht mehr allzu lange strapazieren, sonst könnte die Rally an den Börsen ein abruptes Ende finden.

Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits am Freitag, an dem die Börsen in Europa ihre auf Wochensicht eingefahrenen Gewinne komplett wieder abgegeben haben. Aus Unsicherheit über die Wirtschaftspolitik in den USA und die anstehenden Wahlen in Europa schichteten Anleger ihr Geld aus Aktien in sichere Häfen wie Bundesanleihen und Gold um.

Der Dax Börsen-Chart zeigen, der am Mittwoch erstmals seit zwei Jahren über die Marke von 12.000 Punkten geklettert war, verlor zeitweise deutliche 1,7 Prozent. Zum Handelsschluss lag der Index noch mit 1,2 Prozent im Minus bei 11.804 Punkten. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen verlor 0,8 Prozent auf 3307 Zähler.

"Anleger waren viel zu euphorisch. Die ganze geopolitische Situation hat sie gar nicht mehr interessiert. Daher ist es nun mehr als gesund, wenn Gewinne mitgenommen werden", sagte ein Aktienhändler.

Auch an der Wall Street ist der Dow Jones Börsen-Chart zeigen nach einer zehntägigen Rekordserie am Freitag mit leichten Verlusten gestartet. Auch S&P 500 und Nasdaq 100 winken zunächst keine weiteren Höchststände.

Von der US-Regierung gibt es immer noch keine Details bezüglich der erhofften Wirtschaftsimpulse und Steuergeschenke, die seit dem Wahlsieg von Donald Trump Anfang November mit einer rasanten Kursrally bereits vorab gefeiert wurden. Langsam schienen die Anleger etwas die Geduld zu verlieren, hieß es. Belastend wirkte auch der wieder schwächere Ölpreis.

Dow Jones und Dollar im Minus

Der Dow verlor in der ersten halben Stunde des Handels 0,22 Prozent auf 20 764,64 Punkte.

US-Finanzminister Steven Mnuchin räumte am Donnerstag ein, Auswirkungen der geplanten Steuerreform auf die Konjunktur würden erst ab 2018 spürbar. Gleichzeitig betonte er, dass sich US-Präsident Donald Trump vor allem mit dem Thema Grenzsteuern beschäftige. Dollar-Anlegern gefiel das gar nicht. Der Dollar-Index, der den Wert des "Greenback" zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, verlor knapp ein halbes Prozent auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Der Euro wertete um 0,4 Prozent auf 1,0617 Dollar Börsen-Chart zeigen auf.

Kopfzerbrechen bereiteten Investoren auch die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden. In beiden Ländern führen in Umfragen europakritische Politiker, die ihre Länder aus der Euro-Zone herauslösen wollen. Anleger deckten sich daher vor allem mit zweijährigen Bundesanleihen ein, deren Rendite fiel auf ein Rekordtief von minus 0,958 Prozent. Die "Antikrisen-Währung" Gold Börsen-Chart zeigen war ebenfalls gefragt und kostete mit 1256,55 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) so viel wie zuletzt Mitte November.

Unter den größten Verlierern im Dax und im EuroStoxx50 waren BASF Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von 3,6 Prozent. Der Chemiekonzern stellte zwar nach einem Gewinnplus im abgelaufenen Quartal für 2017 einen Anstieg des Betriebsgewinns von bis zu zehn Prozent in Aussicht. Analysten war das aber nicht genug. "Der Markt war zu optimistisch für die Ertragsaussichten von BASF", sagte Markus Mayer von Baader.

Noch härter traf es Nordex Börsen-Chart zeigen im TecDax Börsen-Chart zeigen. Die Titel des Windkraftanlagen-Bauers, die wegen einer gekappten Umsatzprognose am Donnerstag bereits knapp 16 Prozent eingebrochen waren, fielen um weitere gut 15 Prozent. Analyst Amir Roshan Zamir von MM Warburg bezeichnete die Senkung der Ziele als dramatisch.

An der Börse in Mailand sackten UniCredit nach der vollständigen Platzierung seiner 13 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung um 2,7 Prozent ab. Royal Bank of Scotland Börsen-Chart zeigen verloren in London 4,9 Prozent, nachdem das Geldhaus 2016 zum neunten Mal in Folge einen Jahresverlust eingefahren hat. Standard Chartered vergraulte Aktionäre mit dem Ausfall der Dividende, die Titel verloren 3,4 Prozent. In den Abwärtssog gerieten auch deutsche Finanzaktien: Commerzbank Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen gaben bis zu 4,5 Prozent ab. Aarel Bank fielen im MDax Börsen-Chart zeigen um 4 Prozent.

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mg/dpa-afx/rtr

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