Samstag, 24. Februar 2018

Blackstone-Chef schlägt Alarm Private-Equity-Milliardär warnt vor neuer Finanzkrise

Warnung vom Profi: Blackstone-Chef und Multimilliardär Schwarzman sieht die Finanzmärkte in Gefahr

Erneut schlägt eine prominente Stimme wegen kritischer Entwicklungen an den Finanzmärkten Alarm. Stephen Schwarzman, Gründer und Chef des US-Private-Equity-Hauses Blackstone, warnt davor, dass die Regulierung der Finanzmärkte, die nach der vergangenen Finanzkrise verschärft wurde, eine künftig mögliche Abwärtsbewegung an den Märkten noch zu verstärken droht.

Alles in allem, so Schwarzman in einem Beitrag für das "Wall Street Journal", könnten die regulatorischen Änderungen die nächste Finanzkrise herbeiführen und die US-Wirtschaft beeinträchtigen.

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Die Argumentation des Investmentprofis, den "Forbes" mit einem Vermögen von 13,1 Milliarden Dollar (11,5 Milliarden Euro) auf Platz 100 seines weltweiten Reichstenrankings führt, ähnelt jener, die auch US-Ökonom Nouriel Roubini kürzlich genutzt hatte: Aufgrund verschärfter Finanzgesetzgebung seien Banken gezwungen, sich in bestimmen Wertpapiermärkten aus der Rolle des Market Makers, die sie früher eingenommen hätten, zurückzuziehen. Dadurch bestehe an diesen Märkten eine reduzierte Liquidität, so Schwarzman.

Das kann nach Ansicht des Finanzprofis fatale Folgen haben: Sollte es zu starken Verkäufen kommen, könnte es an ausreichend Nachfrage mangeln, was zu zusätzlichem Druck auf die Kurse führe. Erste Warnzeichen in Form plötzlicher heftiger Kursschwankungen binnen kurzer Zeit gab es bereits, schreibt Schwarzman.

Der prominente US-Ökonom Nouriel Roubini hatte erst kürzlich in einem Beitrag für den britischen "Guardian" eine ähnliche Warnung ausgesprochen. An den Finanzmärkten, insbesondere im Bondbereich, ticke eine Zeitbombe, schrieb Roubini. Als Grund dafür nannte auch der Volkswirt, der bereits die vergangene Finanzkrise vergleichsweise korrekt vorhergesagt hatte, ebenfalls fehlende Liquidität für den Ernstfall, verursacht unter anderem durch die zwangsweise Zurückhaltung des Bankensektors.

Die Warnungen Schwarzmans schließen allerdings auch mögliche Negativauswirkungen auf die US-Wirtschaft mit ein. Sowohl Privatleute als auch Firmen drohen in den Vereinigten Staaten ebenfalls in Liquiditätsnot zu geraten, schreibt er. Denn auch sie erhielten von den Banken immer weniger Geld und könnten auch kaum andere Quellen anzapfen. Allein aufgrund des Dodd-Frank-Finanzgesetzes aus dem Jahr 2010, so rechnet der Blackstone-Chef vor, seien in den USA 41 Prozent der kleinen, lokalen Banken von der Bildfläche verschwunden.

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Fatalerweise gebe es Stimmen, die die Liquiditätsprobleme an den Märkten ignorierten und sogar noch zu weiteren Einschränkungen für die US-Notenbank Fed aufriefen, so Schwarzman. Dabei sei die Fed letztlich möglicherweise die letzte Bastion zwischen der US-Wirtschaft und einer finanziellen Katastrophe. Die Zentralbank müsse daher unbedingt die Möglichkeit behalten, Liquidität in die Märkte zu geben. Sonst drohe eine finanzielle Panik.

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