Samstag, 24. Juni 2017

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Schweizer Kanton Zug akzeptiert Cyber-Währung Steuern zahlen mit Bitcoins - die Schweiz prescht vor

"Crypto Valley": Im Schweizer Zug haben sich bereits 15 Firmen der digitalen Finanzbranche angesiedelt

Im Schweizer Zug könnte die Revolution des Finanzsystems ihren Auftakt nehmen. Das glaubt jedenfalls die Stadterwaltung vor Ort. Sie akzeptiert als international erste Behörde die Cyber-Währung Bitcoin als Zahlungsmittel. Das hat einen guten Grund.

Erst wenige Tage ist es her, dass sich der Bitcoin-Erfinder geoutet hat. Nun kommt das in der Vergangenheit oft mit Negativschlagzeilen behaftete Cyber-Geld zu unverhoffter Popularität - ausgerechnet im Schweizer Zug. Und glaubt man den Bitcoin-Protagonisten dort, nimmt in dem Schweizer Ort die Revolution des weltweiten Finanzsystems ihren Anfang. Doch von Anfang an.

Bislang kommt die virtuelle Währung Bitcoin vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. In der Praxis ist sie einem kleinen Kreis von Spezialisten vorbehalten und extrem schwankungsanfällig - auch weil Spekulanten damit ihr Zocker-Glück herausfordern.

Doch das Cyber-Geld ist mittlerweile mehr als nur schrille Idee weniger Technikfreaks und Spekulanten. Banken beschäftigen sich intensiv damit, könnte es doch ihr Geschäftsmodell grundlegend verändern. Auch analysieren bereits einzelne Regierungen wie etwa die polnische, wie sie Bitcoin und die Blockchain-Verschlüsselungstechnologie bei der Digitalisierung von staatlichen Diensten vorantreiben können.

Im Schweizer Zug geht man da kürzere Wege. Nach nicht einmal einer Woche Informations- und Beratungsphase führt die gleichnamige Stadt das Cyber-Geld diesen Sommer ein. Ihre Verwaltung akzeptiert damit als international erste Behörde die Digitalwährung als Zahlungsmittel und schreibt damit Geschichte, ist die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) überzeugt.

Anfang Mai hatte der Zuger Stadtrat beschlossen, ab dem 1. Juli Bitcoins für Leistungen des Einwohneramtes bis zu 200 Franken (180 Euro) als Zahlungsmittel anzunehmen. Nach Worten des Stadtpräsidenten Dolfi Müller will Zug damit für Firmen der digitalen Finanzbranche ein Zeichen setzen und zugleich frühzeitig eigene Erfahrungen mit der Digitalwährung sammeln. "Das ist weltweit das erste Mal, dass auf staatlicher Ebene Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert werden", sagte Niklas Nikolajsen, Geschäftsführer der Bitcoin Suisse AG, die ihren Sitz keine fünf Kilometer entfernt vom Stadtparlament hat.

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