Sonntag, 19. November 2017

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700 Prozent Gewinn binnen 12 Monaten Bitcoin-Kurs steigt erstmals über 5000 US-Dollar

Bitcoins haben eine enorme Wertsteigerung hinter sich - der Kurs schwankt jedoch stark

Spekulanten im Bitcoin-Fieber: Trotz der jüngsten Handelsbeschränkungen, die Länder wie China und Russland zuletzt angekündigt haben, steigt der Kurs der Digitalwährung Bitcoin immer weiter. Am Donnerstag kletterte der Kurs der Kryptowährung um knapp 6 Prozent und überwand erstmals die Marke von 5000 US-Dollar. Vor 12 Monaten hatte der Kurs noch deutlich unter 1000 US-Dollar notiert.

Der rasante Anstieg geht jedoch mit starken Schwankungen einher. Als Anfang September chinesische Behörden begannen, den Bitcoin-Handel in der Volksrepublik stark einzuschränken, brach der Kurs binnen weniger Tageum rund 35 Prozent ein - nur um die Verluste in den Wochen seither mehr als wettzumachen.

Als Kurstreiber für Bitcoin und andere Digitalwährungen gilt auch, dass immer mehr Unternehmen - inzwischen auch in Europa - für ihre Finanzierung inzwischen auf so genannte ICOs setzen.

ICOs sind ein Weg für Unternehmen, bei einem breiteren Publikum Geld einzusammeln, angesiedelt irgendwo zwischen dem Prinzip des Börsengangs, der Idee der Crowdfinanzierung und dem Modethema Kryptowährungen. Das Prinzip: Anstatt im Gegenzug zum eingezahlten Geld beispielsweise Aktien auszugeben, verteilen die Firmen bei ICOs Einheiten einer Digitalwährung, die die Investoren dann beispielsweise als Zahlungsmittel oder als Wertanlage nutzen können. In den USA gibt es bereits einen funktionierenden Markt für ICOs, einschlägige Übersichtsseiten listen Dutzende laufende Transaktionen auf. In China wurde den Behörden das Treiben rund um die Digitalwährung Bitcoin kürzlich bereits zu bunt - sie verboten ICOs und ließen den Bitcoin-Preis dadurch kurzzeitig um beinahe 40 Prozent einbrechen.

Beobachter warnen vor Bitcoin-Blase

Nicht wenige Beobachter - wie beispielsweise Nobelpreisträger Robert Shiller - warnen angesichts der explosionsartigen Preisentwicklung schon vor einer gefährlichen Blasenbildung beim Bitcoin. Hinzu kommt: Wenn man den Bitcoin bereits als eigene Assetklasse einstufen will, dann handelt es sich in jedem Fall um eine noch sehr junge. Das heißt: Nicht nur die Wertentwicklung in Zukunft ist - wie bei anderen Investments auch - kaum absehbar. In diesem Fall erscheint es vielmehr auch gegenwärtig noch schwer vorhersehbar, ob es langfristig, also in zehn, 15 oder 20 Jahren, überhaupt noch Bitcoins geben wird.

Dennoch schaut vermutlich mancher Anleger neidisch auf die Schlagzeilen zum immer wieder steigenden Bitcoin-Preis. Wer allerdings tatsächlich an dem Höhenflug der Kryptowährung teilhaben will, sollte zunächst vor allem zwei Fragen beantworten:

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