Montag, 26. September 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Commerzbank und Deutsche Bank verlieren zweistellig Dax und Bankenwerte brechen ein - Angst vor Kreditausfällen

Commerzbank: Die Angst vor Kreditausfällen lässt die Aktie des zweitgrößten deutschen Finanzhauses abtauchen

Wieder wachsende Sorgen über Kreditausfälle und Bankenpleiten haben am Montag Bank-Aktien in ganz Europa schwer belastet. Der europäische Bankenindex büßte als schwächster der 19 Subindizes des Stoxx Europe 600 rund 4,5 Prozent ein. Der Dax Börsen-Chart zeigen beendete den Handelstag mit einem Verlust von 3,3 Prozent und schloss erstmals seit 16 Monaten unter 9000 Punkten.

Im Deutschen Leitindex bildeten die Papiere der Commerzbank Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von jeweils knapp 10 Prozent das Schlusslicht. Die beiden größten deutschen Banken haben seit Jahresbeginn bereits jeweils mehr als 30 Prozent ihrer Marktkapitalisierung verloren. Auf Sicht von 12 Monaten beträgt das Minus jeweils rund 40 Prozent.

"In den Medien wird wieder das Thema Kreditausfall-Versicherungen - oder kurz gesagt CDS - gespielt", kommentierte Augustin Eden von Accendo Markets. Die Kosten für diese außerbörslich gehandelten Versicherungen seien wegen Sorgen um faule Kredite und möglicher Bankenpleiten auf Mehrjahreshochs gestiegen.

Prämien für CDS gestiegen, Notenbank-Geldspritzen ohne Wirkung

Hinzu kommen Sorgen, dass die europäische Schuldenkrise noch längst nicht gelöst ist und immer noch weiter schwelt, betonte Jens Klatt vom Broker DailyFx. "Mit der Flüchtlingskrise und dem damit verbundenen Risiko eines Falls von Schengen und dem Absturz der Aktien im gesamteuropäischen Bankensektor kommt die Euro-Schuldenkrise nun mit voller Wucht zurück", so Klatt.

In Griechenland haben Bank-Aktien seit Jahresbeginn 56 Prozent an Wert eingebüßt, deutsche Bankentitel verloren rund 33 Prozent und italienische Bankentitel rund 31 Prozent ihrer Marktkapitalisierung. "Der EZB sind die Hände gebunden", so Klatt. "Klar kann sie auf ihrer nächsten Sitzung Anfang März den Weg zu einer weiteren Verlängerung ihres Anleiheaufkaufprogramms, eventuell bis ins Jahr 2018, ebnen: Doch der Erfolg des Quantitative Easing ist mit Blick auf den Dax schlicht nicht vorhanden."

Aktien im Ausverkauf: Die größten Verlierer

la/dpa-afx/mmo

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH