Sonntag, 4. Dezember 2016

Dax-Chefs verdienen weniger als 2014 Das sind die Top-Verdiener unter den Dax-Chefs

Zetsche, Schneider und Co.: So viel verdienen die Chefs der Dax-Konzerne
Fotos
Bongarts/Getty Images

29 von 30 Dax-Unternehmen haben ihren Geschäftsbericht für 2015 vorgelegt, lediglich Volkswagen Börsen-Chart zeigen fehlt noch. Der Autobauer aus Wolfsburg hat die Publikation im Zusammenhang mit der Abgasaffäre auf Ende April verschoben.

Ein guter Moment also, um bereits zu resümieren: Wie hat sich die Vergütung der Dax-Chefs im wirtschaftlich schwierigen Umfeld entwickelt?

Die Unternehmensberatung HKP, die sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt, hat die Chefgehälter aus sämtlichen 29 Dax-Geschäftsberichten herausgefiltert und verglichen. Ergebnis: Im Durchschnitt hat ein Dax-Chef 2015 laut HKP etwa 5,86 Millionen Euro verdient. Der Wert liegt laut HKP rund 1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Vergütung ist also insgesamt gegenüber 2014 nahezu unverändert.

"Nach dem Rekordjahr 2014 sind die durchschnittlichen Gewinne der Dax-Unternehmen gesunken und mit ihnen auch die Vergütung", so HKP-Chef Michael H. Kramarsch, der allerdings ebenfalls darauf hinweist, dass die Zahlen von Volkswagen noch fehlen. "Wir sehen erhebliche Verluste mit entsprechenden Konsequenzen auf der Vergütungsseite wie bei der Deutschen Bank. Wir sehen parallel Rekordgewinne mit ebensolchen vergütungsseitigen Entwicklungen."

Letzteres gilt beispielsweise für den Autohersteller Daimler Börsen-Chart zeigen, dessen Chef Dieter Zetsche das Feld der Konzernlenker auf dem aktuellen Ranking anführt. Basierend auf der durch den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) für den Vergütungsausweis entwickelten Zuflusstabelle kommt Zetsche laut HKP auf eine Gesamtvergütung von 14,37 Millionen Euro. Es folgen Ulf M. Schneider von Fresenius Börsen-Chart zeigen mit knapp 13,9 Millionen Euro auf Platz zwei und Bernd Scheifele von HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen mit 9,7 Millionen Euro auf Platz drei.

Schlusslicht unter den Dax-Chefs ist der Analyse zufolge der scheidende Commerzbank-Chef Martin Blessing, der 2015 vergleichsweise bescheidene 1,13 Millionen Euro einstreichen konnte.

Bemerkenswert: Im Vergleich zum Vorjahr stagnierten zwar offenbar die Gehälter der Konzernlenker. Die Langfristbetrachtung ergibt aber ein anderes Bild. Wie das "Handelsblatt" berichtet, stiegen die Gehälter der Dax-Vorstände von 2005 bis 2015 im Schnitt um 55 Prozent. Die Bezahlung der Tarifangestellten in den Konzernen legte im gleichen Zeitraum jedoch lediglich um 27 Prozent zu, so die Zeitung.

Allein sechs Konzernvorstände schafften den Angaben zufolge im genannten Zeitraum, wovon der Durchschnittsverdiener nur träumen kann: Sie verdoppelten ihr Gehalt. Bei neun Konzernen stieg die Vergütung sogar schneller als der Gewinn pro Aktie, so das "Handelsblatt".

Den Vogel abgeschossen hat der Analyse zufolge Karl-Ludwig Kley, der scheidende Chef des Pharma-Konzerns Merck Börsen-Chart zeigen. Kley gelang es, seine Bezahlung binnen zehn Jahren zu verdreifachen, so das "Handelsblatt". Kein Wunder also, dass der Pharma-Manager im aktuellen HKP-Ranking ganz vorne mit dabei ist.

Topps und Flops: Diese Dax-Chefs bekommen am meisten - und diese am wenigsten


Alle relevanten News des Tages gratis auf Ihr Smartphone. Sichern Sie sich jetzt die kostenlose App von manager-magazin.de. Für Apple-Geräte hier und für Android-Geräte hier.
Newsletter von Christoph Rottwilm
Christoph Rottwilm auf Twitter

Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH