Sonntag, 28. Mai 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Premiere in den USA Amazon eröffnet Lebensmittelshop - ohne Kasse

Amazon-Chef Jeff Bezos: Per App übers Amazon-Konto bezahlen - auch im Laden

Der Onlinehändler Amazon mischt nun auch den klassischen Einzelhandel auf: Am Montag eröffnete der weltgrößte Internethändler in Seattle ein Lebensmittelgeschäft. Das Besondere: Der Einkauf soll dort ohne Kassen und Warteschlangen funktionieren.

Sensoren in den Läden ermöglichen es Kunden, die gewünschten Produkte auszusuchen und dann mit einer App über ihre Amazon-Konten abzurechnen, so verspricht es das Unternehmen. Dafür müsse einfach nur das Smartphone am Eingang gescannt werden. Beim Verlassen des Geschäfts werde der Einkauf dann über einen virtuellen Warenkorb abgebucht.

Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Testphase. Es gibt bislang nur den einen Konzeptladen in Seattle, in dem vorerst auch nur Amazon-Mitarbeiter einkaufen können. Anfang 2017 soll das Geschäft, in dem Lebensmittel und Fertiggerichte angeboten werden, für die breite Kundschaft öffnen.

Amazon Börsen-Chart zeigen bietet in den USA und London bereits den Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh an. Dabei handelt es sich um eine für 15 Dollar pro Monat erhältliche Zusatzoption für Abonnenten des jährlich 99 Dollar kostenden Prime-Service. Zudem hat Amazon in den USA auch schon einige Buchläden eröffnet.

Amazon Business startet in Deutschland

In Deutschland will Amazon nun auch Geschäftskunden mit dem Dienst Amazon Business in großem Stil beliefern. Der Konzern will mit einem Rundum-Angebot von mehr als 100 Millionen Produkten auf einer Plattform punkten. Büros, Handwerker oder Restaurants sollen genauso ihren Bedarf decken wie Universitäten oder Labors. Um die breite Palette zu gewährleisten, setzt Amazon auch auf das Angebot anderer Händler in seiner Marketplace-Plattform.

Viele gewerbliche Kunden hätten schon bisher bei Amazon bestellt, betonte der zuständige Amazon-Mananger Florian Böhme. "Die Leute kennen Amazon, sie wissen, wie man bestellt, sie wissen, wo die Produktrezensionen stehen." Jetzt kämen auf Geschäftskunden zugeschnittene Funktionen hinzu. Dazu gehören der Kauf auf Rechnung, die Anzeige von Nettopreisen ohne Umsatzsteuer sowie Firmenkonten mit mehreren Nutzern. Auch in Unternehmen eingesetzte Einkaufssoftware wird unterstützt.

In den USA hatte Amazon den Geschäftskundenservice im April 2015 gestartet. Dort würden 400.000 Unternehmen bedient, und im ersten Jahr sei ein Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar erzielt worden. Amazon-Händler führten dabei mehr als die Hälfte der Bestellungen aus. "Das ist auch unser Ziel, dass wir für viele kleine Händler, die vielleicht noch nicht deutschlandweit oder gar international aktiv sind, die Möglichkeit bieten, ihr Sortiment zu verkaufen", sagte Böhme.

la/mg/dpa/reuters

Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH