Montag, 10. Dezember 2018

Alibabas Pläne für die Zukunft des Einkaufens Die Zukunft des Konsums - was Alibaba in Deutschland plant

Alibaba: Der Chinesische Tech-Konzern will die Zukunft des Einkaufens gestalten
ddp/abaca press
Alibaba: Der Chinesische Tech-Konzern will die Zukunft des Einkaufens gestalten

Es ist noch früh auf der Messe "Kind und Jugend" in den Kölner Messehallen. Die Aussteller, Anbieter von Kinderwagen, Kinderzimmereinrichtungen und sonstigem Babybedarf legen noch einmal letzte Hand an, rücken zurecht und räumen die letzten Verpackungen weg, bevor Besucher und Einkäufer die Hallen strömen.

Auch Alibaba-Deutschland Chef Karl Wehner widmet sich den letzten Vorbereitungen. Und geht noch einmal schnell zu den Kollegen von Nestlé herüber, mit denen gleich noch eine "Zeremonie" geplant ist - der Alibaba-eigene TV-Sender wird darüber live für die Kunden nach China berichten.

Dass Handelsveteran Wehner, ein ehemaliger Amazon-Pionier, sich auf Babymessen herumtreibt, ist der hohen Nachfrage in China geschuldet. Babyprodukte aus Deutschland sind dort der Renner, erzählt er. Neben Kosmetik, Nahrungsmitteln und Haushaltsprodukten - und seit neuestem auch immer mehr Freizeit- und Sportartikeln.

Chinas wachsende Mittelschicht liebt Fissler und Floradix

Ob Fissler-Töpfe, Floradix-Eisenpräparate, deutsche Naturkosmetik oder Stan-Smith-Turnschuhe von Adidas - der chinesische Markt giert nach deutschen Produkten. Stehen diese doch für Qualität und Glaubwürdigkeit. Und die gewinnt in China, einem Markt, der von Produktfälschungen durchdrungen ist und in dem immer wieder Lebensmittelskandale für Furore sorgen, immer mehr an Bedeutung.

"Chinesische Kunden haben ein enormes Bedürfnis nach Sicherheit", erzählt Wehner im Gespräch mit manager-magazin.de. "Sie wollen wissen, wo ihre Produkte herkommen und wer sie wie herstellt." Im Durchschnitt surften sie zehn Minuten auf den Internetseiten ihnen unbekannter Hersteller, bevor sie etwas kauften. "Die schauen sich sogar die Bilder aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung an, um zu sehen, ob die Bilder echt und nicht gefaked sind."

Das Geschäft von Alibaba boomt. Rund eine halbe Milliarde Kunden zählt Alibaba heute - bis Mai 2020 soll die Zahl nach dem Willen von Gründer Jack Ma auf zwei Milliarden steigen. In dem dann abgelaufenen Geschäftsjahr will Alibaba Waren im Wert von einer Billion Dollar über die Plattformen des Konzerns verkauft und 100 Millionen Jobs geschaffen haben.

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