Donnerstag, 13. Dezember 2018

Flucht vor niedrigen Zinsen So kaufen Sie den richtigen Dividendenfonds

Geldanlage gesucht? Dividendenfonds sind eine Möglichkeit.

2. Teil: Die Titelauswahl - welche Aktien sind im Fonds?

Das A und O eines jeden Investmentfonds: Welche Papiere kommen ins Portfolio - und welche nicht. Wie eingangs erwähnt gibt es eine Reihe von Konzernen, die für eine langjährige, zuverlässige Dividendenzahlung bekannt sind, die sogenannten Aristokraten. Es könnte also sehr einfach sein: Das Fondsmanagement verteilt die Gelder auf die besten dieser Titel, und fertig.

Doch ganz so simpel ist es nicht, wie schon ein Blick auf die Performance aktuell angebotener Dividendenfonds zeigt. Insgesamt 225 verschiedene Produkte mit der Ausrichtung "Aktien weltweit dividendenorientiert" führt beispielsweise die Ratingagentur Morningstar in ihrer Datenbank. Die Wertentwicklung allein im laufenden Jahr reicht dabei von knapp 12 Prozent plus bis 4 Prozent minus.

Ein Grund dafür: Nahezu jeder Fonds verfügt über ein anderes Portfolio einzelner Aktien. Die Performance dieser Papiere basiert zudem lediglich zum Teil auf deren Gewinnausschüttungen - einen wichtigen Beitrag leistet darüber hinaus die Kursentwicklung, die von allen möglichen Faktoren an der Börse beeinflusst wird.

Investoren sollten daher vor dem Fondskauf einen Blick in die Informationsunterlagen werfen, um herauszufinden, wie das Management bei der Zusammenstellung des Portfolios vorgeht. Dabei kommen zum Teil erhebliche Unterschiede zum Vorschein.

Jeder Fondsmanager wählt die Aktien anders aus

Für den Fonds "Danske Invest Europe High Dividend" etwa kommen von vornherein nur rund 800 europäischen Firmen in Frage, die über eine Marktkapitalisierung von mindestens zwei Milliarden Euro verfügen.

Nachdem das Fondsmanagement weitere Auswahlkriterien angelegt hat, wie beispielsweise die Dividenden-Ausschüttungsquote der Unternehmen, die Bewertung der Aktien gemessen etwa am Kurs-Gewinn-Verhältnis oder die Qualität der Titel, die beispielsweise aus der Eigenkapitalrendite hervorgeht, reduziert sich das Investmentuniversum auf 320 Aktien, wie Fondsmanager Asger Lund Nielsen in einem Interview erläutert. Nach einer weiteren Analyse der einzelnen Papiere bleiben nur noch 35 übrig, in die investiert werden kann.


Zum schnellen Überblick: Die besten Aktien im Dax - und die besten Dividendenzahler


Einen ähnlichen Ausleseprozess gibt es auch beim Anbieter First Private aus Frankfurt, der sich allerdings auf den sogenannten Quant-Ansatz, also auf Computer-gestützte Investmententscheidungen, spezialisiert hat. Beim Fonds "First Private Euro Dividenden Staufer" nimmt das Unternehmen zunächst Daten zu mehr als 2500 Aktiengesellschaften unter die Lupe, wie First-Private-Geschäftsführer Richard Zellmann im Gespräch mit manager magazin online erläutert. Nach einer systematischen Analyse der Dividendenzahlungen etwa nach den Kriterien Rendite, Stabilität, Trend oder Wachstum sowie einer qualitativen Prüfung der Aspiranten bleiben letztlich noch maximal rund 50 Aktien übrig, die für einen Kauf durch First Private in Frage kommen.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen, und auch die Argumente anderer Anbieter klingen in der Regel überzeugend. Was also tun? Grundsätzlich sollte bei der Aktienauswahl darauf geachtet werden, dass es sich um Substanzwerte handelt die fair oder günstig bewertet sind, lautet ein Tipp von Andreas Görler, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Wellinvest Pruschke & Kalm. "Das Unternehmensmanagement sollte bereits über Erfahrungen in schwierigen Marktphasen verfügen und eine konsequente Strategie verfolgen."

Auch PMP-Geschäftsführer Wieser hält die Vorgehensweise bei der Titelauswahl für entscheidend. "Kauft der Fondsmanager Aktien, die seit Jahren konstante oder steigende Dividenden aufweisen oder setzt er auf gefallene Titel, wo das Verhältnis zwischen Einstiegskurs und Dividende gut ist?", sagt er. "Gerade vom letzteren Ansatz ist abzuraten, denn man investiert dann schnell in ein Portfolio ohne Perspektive."

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