Freitag, 24. November 2017

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Börsenprofi Markus Zschaber erklärt Warum sich Beiersdorf seit Jahren an der Weltspitze hält

Nivea: Eine Traditionsmarke der Firma Beiersdorf

"Nivea" und "Tesa", zwei große deutsche Traditionsmarken, die mehr gemeinsam haben, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Denn beide Marken stammen aus dem Hause der Beiersdorf AG Börsen-Chart zeigen, einem der größten deutschen und weltweiten Konsumgüter-produzenten. Das in Hamburg ansässige Unternehmen blickt auf eine über 130-jährige Geschichte zurück und hat es sich zum Ziel gesetzt, das führende Hautpflege-unternehmen auf allen relevanten Weltmärkten zu werden. Dazu hat sich das Unternehmen ambitionierte Wachstumsziele gesetzt und setzt seine Wachstumsstrategie konsequent um.

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Seit Jahresanfang konnte die Aktie des Unternehmens rund 22 Prozent an Wert zu legen und notiert derzeit nahe ihrer Allzeithöchststände. Und diese Entwicklung ist vollkommen gerechtfertigt, betrachtet man die jüngsten Quartalsergebnisse. So konnte Beiersdorf seinen organischen Umsatz in den ersten neun Monaten 2017 um 5,1 Prozent auf 5,28 Milliarden Euro steigern. Ein solches Wachstum ist für ein Konsumgüterunternehmen durchaus beachtlich. Besonders die Regionen Afrika, Asien und Australien zeigten mit fast 8 Prozent Wachstum die höchste Dynamik.

Markus Zschaber

Die mit deutlichem Abstand größte Sparte "Consumer" erzielte ein Wachstum von 3,9 Prozent, welches über dem Marktdurchschnitt lag und auf die starken Marken des Konzerns zurückzuführen ist. Besonders stark entwickelten sich die Geschäfte der Sparte "Tesa", welche im vergangenen Jahr noch eher verhaltene Zahlen lieferte. Hier konnte ein zweistelliges Wachstum erreicht werden. Getrieben wurde dies wieder mal besonders durch die Regionen Afrika, Asien und Australien, in denen ein organisches Wachstum von 23 Prozent erzielt wurde. Das Zahlenwerk erscheint bemerkenswert. Grund genug, sich dieses Unternehmen einmal im Detail anzuschauen.

Beiersdorf zählt mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern zu den weltweit größten Konsumgüterherstellern. Neben den beiden bereits genannten Marken produziert Beiersdorf Produkte unter weiteren namhaften Marken wie beispielsweise "8x4", "Hansaplast" oder "Labello". Beiersdorf gliedert seine Geschäftstätigkeiten in den Bereich "Consumer", der alle Aktivitäten im Bereich der Hautpflege bündelt und in den eigenständigen Teilkonzern "Tesa", in dem alle Aktivitäten im Bereich der Klebstoffe betrieben werden.

Kaum ein Unternehmen investiert mehr in Nachhaltigkeit

Im Bereich "Consumer" deckt Beiersdorf über sein Markenportfolio alles ab, was es für die Körperpflege benötigt. Besonders die Kernmarke "Nivea" steht weltweit für hochwertige Körperpflegeprodukte. Die angebotene Produktpalette reicht von Shampoos und Duschgelen über Deodorants und Sonnenmilch bis hin zu diversen Fett- und Körpercremes.

Unter der Marke "Eucerin" bietet Beiersdorf eine Reihe von hochwirksamen Pflegeserien an. So gibt es verschiedene dermokosmetische Produkte, die speziell für empfindliche Hauttypen entwickelt wurden. Auch Anti-Aging-Produkte werden unter dem Markennamen entwickelt und vermarktet.

Zweites Standbein ist der Unternehmensbereich "Tesa". Hier bietet Beiersdorf sowohl Industriekunden, Handwerkern als auch dem Endverbraucher eine Vielzahl von Klebstoffen an. Dabei macht der private Endkunde nur rund ein Viertel des Gesamtumsatzes von "Tesa" aus. Insgesamt bietet "Tesa" und seine 54 Tochterunternehmen etwa 6500 verschiedene Produkte seinen Kundengruppen an, wobei davon nur etwa 300 für den privaten Endverbraucher bestimmt sind. Pro Jahr meldet "Tesa" rund 70 neue Patente für Produkte an, die in den acht Forschungseinrichtungen in Deutschland, den USA und Asien entwickelt werden.

Beiersdorf setzt seit jeher auf Qualität und Nachhaltigkeit. Dazu hat Beiersdorf die "We care"-Nachhaltigkeitsstrategie ins Leben gerufen. Diese umfasst eine Vielzahl von Zielen, wie beispielsweise Maßnahmen zur nachhaltigen Rohstoffbeschaffung und eine Reduzierung von Abfall und Energieverbrauch. Zudem setzt Beiersdorf auf stetige Forschung und Entwicklung neuer Produkte. Allein in Hamburg widmen sich rund 500 Mitarbeiter der Entwicklung von Haut- und Pflegeprodukten. Zusätzlich betreibt Beiersdorf Forschungseinrichtungen in den USA, Brasilien, China und Indien.

Dabei ist die Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse, die je nach Region oder Land sehr unterschiedlich sein können, unabdingbar. Allein im Jahr 2014 führte Beiersdorf 1600 Studien mit über 36.000 Probanden durch. Nur selten findet man Unternehmen, deren Investitionen in Nachhaltigkeit so hoch sind. Alles verbunden mit dem Ziel, Marktführer auf dem Gebiet der Hautpflege in allen relevanten Märkten und Produktkategorien zu sein. Dafür hat sich Beiersdorf auch die "Blue Agenda" auferlegt, ein strategisches Programm zur Stärkung der Marken, der Erhöhung der Innovationskraft und dem Ausbau der Präsenz in den Wachstumsmärkten.

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Mit seinem Wachstumskonzept, dem nachhaltigen Geschäftsmodell und gutem Management ist Beiersdorf auf Kurs. Die Produkte werden weltweit vertrieben in mehr als 200 Ländern. Das starke Wachstum in Afrika und Asien lässt mich dabei positiv in die Zukunft blicken. Vor allem weil dort eine ganze neue Käuferschicht heranwächst, welche ein zusätzliches Potenzial für Beiersdorf mit sich bringt.

Sicherlich ist dies ein langfristiger Trend, doch dieser Trend beginnt nicht erst in einigen Jahren, sondern ist bereits im Gange. Mittel- bis langfristig orientierte Anleger werden sicher noch Freude mit diesem Unternehmen haben, die Kunden unseres Hauses finden die Aktie immer wieder einmal in den Depots vor.

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