Montag, 18. Juni 2018

Früher geschlossene Fonds, jetzt AIF Sachwert-Fonds legen kräftig zu - gelingt das Comeback?

Diesige Aussichten: Die Anbieter von AIF-Kapitalanlagen verzeichnen ordentliches Wachstum - ein großer Teil des Marktes ist aber weiterhin schwer zu durchschauen.

Containerschiffe, Bürogebäude, Windparks, Flugzeuge - es gab eine Zeit, da florierte in Deutschland das Geschäft mit sogenannten geschlossenen Fonds, über die private Anleger viel Geld in all diese verschiedenen Sachwerte steckten. Zweistellige Milliardensummen flossen zu Hochzeiten in solche Kapitalanlagen, und zwar Jahr für Jahr.

Gelockt wurden die Anleger von hohen Renditeversprechen sowie häufig auch steuerlichen Vorteilen. Und weil die Fonds zum Großteil stattliche Gebühren einstrichen, klingelten bei den Machern und deren Vertriebspartnern jahrelang die Kassen.

Dann kam der Absturz: Während der Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 kam das Geschäft mit geschlossenen Fonds praktisch zum Erliegen. Zudem hatten zahlreiche Anlageskandale und fragwürdige Geschäftspraktiken den Gesetzgeber auf den Plan gerufen: Mit dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) erhielten die Fondsanbieter 2013 deutlich umfangreichere Vorgaben und Anforderungen - das sorgte für eine grundlegende Neuordnung dieses Nischenmarktes, der viele Firmen zum Opfer fielen.

Alles auf Anfang, hieß es also 2014, im ersten Jahr unter den Regeln des KAGB. Seither versuchen diejenigen Fondshäuser, die die Marktbereinigung überstanden haben, das Beteiligungsgeschäft wieder in Gang zu bringen. Eine neue Studie zeigt nun, dass ihnen das offenbar besser gelingt, als womöglich viele gedacht hätten.

Es ist seit Jahren die erste umfassende Marktübersicht über das Geschäft mit den Kapitalanlagen, die früher geschlossene Fonds genannt wurden, und heute, in ihrer reformierten Form, Alternative Investmentfonds (AIF) heißen. Und es ist eine Analyse, die von berufener Stelle kommt: Autor Stefan Loipfinger war schon zu den Hochzeiten des Geschäfts mit geschlossenen Fonds eine feste Größe in der Branche.

Über Jahre erwarb sich Loipfinger einen Namen als versierter Fachjournalist sowie überaus kritischer und mitunter auch gefürchteter Beobachter des Geschehens. Die Symposien, auf denen der "Fondspapst", wie viele Medien ihn nannten, regelmäßig zu Jahresbeginn die Ergebnisse seiner akribischen Marktanalysen präsentierte, galten als Pflichtveranstaltung für Vorstände und Geschäftsführer aus der ganzen Republik.

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