Freitag, 15. Dezember 2017

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Der Singapore-Airlines-Schock Wie das Fondshaus Dr. Peters einen A380 notlandet und trotzdem prächtig daran verdient

War mal eine gute Idee: A380 von Singapore Airlines.
Singapore Airlines
War mal eine gute Idee: A380 von Singapore Airlines.

Bei Airbus' doppelstöckigem Großraumflieger A380 geht alles großdimensional zu: mehr als 850 Passagiere, rund 300 Millionen Dollar Listenpreis - die Zukunft des Fliegens sollte bei der Erstauslieferung 2007 wahrhaftig werden.

Inzwischen hat Airbus die Produktion des Großraum-Fliegers wegen mangelnder Nachfrage stark reduziert, wahrhaftig großdimensional sind dafür Verlustangst und Frust Tausender Anleger.

Wie schlimm es beispielsweise um ihre Millionen steht, mussten Kunden des Fonds-Hauses Dr. Peters am letzten Donnerstag im September auf einer Gesellschafterversammlung erfahren. Sie hatten der "Dr. Peters Group" aus Dortmund vor zehn Jahren 97 Millionen Dollar gegeben, dazu kamen Kredite verschiedener Banken - und damit wurde ein A380 gekauft, um ihn dann für zehn Jahre an Singapore Airlines zu verleasen. Rendite pro Jahr: 7,5 Prozent. Vier solcher Fonds legte Dr. Peters auf, zehn Jahre lang lief alles prächtig, gut 65 Prozent ihres eingesetzten Kapital erhielten die Anleger bislang zurück.

Aber weil die Asiaten den Leasing-Vertrag wegen "signifkant rückläufigen Passagierzahlen" (Dr. Peters) auslaufen lassen, könnte es jetzt ziemlich bitter werden: Zwei Jahre schon, so berichtete Dr-Peters-Chef Anselm Gehling am Donnerstag, suche man nach einem Anschlussmieter für Singapore Airlines, allein es sei - Stand Ende September - "kein konkretes und wirtschaftlich akzeptables Angebot" in Sicht.

Das Schadensbegrenzungs-Szenario: Der A380 wird zwischengeparkt, die laut Gehling "bestmögliche Alternative" ist der Flugplatz im französischen Tarbes. Als monatliche Kosten würden 94.000 Dollar anfallen, neben den Parkgebühren müssen schließlich auch noch Versicherung und Wartung bezahlt werden.

Glücklicherweise wolle immerhin jemand die vier Triebwerke leasen, in diesem Fall ab Februar 2018 der Hersteller Rolls Royce, der die irgendwie gebrauchen kann. Monatliche Einnahmen: 480 000 US-Dollar.

Das Problem ist nur: Das liegt nicht nur deutlich unter den 1,7 Mio. Dollar, die Singapore Airlines bislang für den ganzen Koloss pro Monat ausgibt. Die monatlichen Kosten des Fonds übersteigen laut Gehling die Einnahmen aus dem Triebwerke-Leasing fast um das Doppelte. 890.000 US$ muss der Fonds monatlich einnehmen, um alle finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen - etwa gegenüber den Banken wie NordLB und Commerzbank (Zins und Tilgung) und Dr. Peters (Geschäftsbesorgungs-Honorar) selbst. Ausschüttungen an die Anleger sind dabei schon gar nicht mehr drin.

Die Lösung liegt natürlich auf der Hand und also präsentierte Gehling seinen Anlegern am Donnerstag auch einen Ausweg: Die Banken wolle er nicht anfassen, das eigene Geschäftsbesorgungs-Honorar eigentlich auch nicht richtig, aber die Auszahlung an die Anleger müsse leider von 7,5 Prozent auf 0 sinken und auch das Liquiditätspolster werde man jetzt nutzen müssen.

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