Sonntag, 31. Juli 2016

Panzerhersteller Umsatz des Panzer-Herstellers Krauss-Maffei Wegmann bricht um fast die Hälfte ein

Kampfpanzer Leopard: Ein Großauftrag aus Katar ist der größte Hoffnungswert von Krauss Maffei - doch es ist möglich, dass Berlin die Genehmigung des Deals widerruft

Unter Feuer: Eine Korruptionsaffäre und der politische Widerstand gegen Rüstungsexporte lasten auf dem Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann. Das Unternehmen steckt auch wirtschaftlich in einer prekären Situation.

Hamburg - Die Umsätze von Krauss-Maffei Wegmann haben sich nach Unternehmensangaben zwischen 2008 und 2013 von 1,4 Milliarden Euro auf rund 800 Millionen Euro fast halbiert. Die Gewinne des einst hoch profitablen Konzern sind eingebrochen. Das meldet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (20. Juni) im Handel ist.

KMW-Chef Frank Haun verweist zwar auf einen hohen Auftragsbestand. Sein größter Hoffnungswert ist ein Auftrag aus Katar über Leopard-Kampfpanzer und andere militärische Ausrüstung im Volumen von 1,9 Milliarden Euro. Der Vertrag wurde 2013 von der damaligen liberal-konservativen Regierung genehmigt.

Es gilt jedoch als möglich, dass das SPD-geführte Wirtschaftsministerium die Erlaubnis widerruft, denn die Stimmung im politischen Berlin hat sich gegen die Waffenindustrie gewendet. Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel will künftig wesentlich restriktiver mit Ausfuhrgenehmigungen verfahren als frühere Regierungen.

Verschärfend kommt bei Krauss-Maffei Wegmann hinzu, dass in der ersten Hälfte der 2000er Jahre bei der Lieferung von Haubitzen und Panzern an Griechenland über Mittelsmänner mehrere Millionen Euro an Schmiergelder geflossen sein sollen. Im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen ermittelt die Münchener Staatsanwalt wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung gegen mehrere KMW-Verantwortliche, darunter Frank Haun und einen Gesellschafter des Unternehmens.

Die Affäre könnte rechtliche und insbesondere finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen: Wenn Manager gegen Gesetze verstoßen haben, kann die Bundesregierung die Genehmigung von Exporten aussetzen. KMW wartet derzeit auf grünes Licht für Aufträge in Höhe von weit mehr als einer Milliarde Euro.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Juli-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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