Sonntag, 29. Mai 2016

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EEG-Reform Ökostrom-Deal kostet Verbraucher zusätzlich zehn Milliarden Euro

Kompromisse bei der Energiewende belasten vor allem die Verbraucher

Der Kompromiss von Bund und Ländern bei der Reform der Energiewende wird den Strompreis nicht bremsen, sagen Experten. Die Verbraucher würden in den nächsten sechs Jahren mit rund zehn Milliarden Euro belastet - zusätzlich.

Düsseldorf/Berlin - Der von Bund und Ländern vereinbarte Kurswechsel bei der Förderung erneuerbarer Energien wird den Anstieg der Strompreise laut Experten kaum bremsen. "Die Kosten für Endverbraucher steigen seit zehn Jahren und alle Indikatoren zeigen weiter stark nach oben", sagte Andreas Löschel, Chef der Expertenkommission, die im Auftrag der Bundesregierung die Energiewende begutachtet.

"Die Strompreise werden wieder nach oben gehen, wenn die Windparks auf See ans Netz gehen oder wenn herkömmliche Kraftwerke umfassender gefördert werden sollten. Auch der Netzausbau wird noch teuer", sagte der Professor am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) "Wirtschaftswoche". Der politische Kompromiss helfe wenig. Deshalb werde auch die Umlage weiter steigen, die Stromverbraucher an die Betreiber von Windparks oder Solaranlagen zahlen.

Diese beträgt zurzeit 6,24 Cent je Kilowattstunde. "Bei der Umlage für Erneuerbare ist nicht bei sechseinhalb Cent Schluss", sagt der Ökonom voraus, der am Dienstag den aktuellen Monitoring-Bericht an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) überreichen wird. "Die könnte in fünf Jahren um zwei Cent steigen."

Belastung pro Haushalt soll um 60 Euro steigen

Das Bundeswirtschaftsministerium geht laut "Spiegel" davon aus, dass die EEG-Umlage bis 2020 auf 7,7 Cent je Kilowattstunde steigt. Damit würden die Stromkunden in den nächsten sechs Jahren zusätzlich mit rund zehn Milliarden Euro belastet, schreibt das Magazin in seiner neuen Ausgabe.

Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt steige die jährliche Belastung um 60 Euro. Ein Grund seien auch Sonderwünsche der Länder bei der Förderung von Bio- und Windenergie, die sie vergangene Woche beim Energiegipfel mit der Regierung aushandeln konnten.

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