Dienstag, 4. August 2015

Alle Artikel und Hintergründe

Preissturz Silber gerät in den Abwärtssog von Gold

Silberbarren: Eine Feinunze kostet nur noch 20,90 Dollar

Der Rohstoffmarkt schlägt neue Kapriolen: Der Silberpreis ist auf den tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gefallen. Experten begründen den Sturz mit der mauen Weltkonjunktur - und vor allem mit der Achterbahnfahrt des Goldpreises. 

London/Frankfurt am Main - Im Abwärtsstrudel von Gold ist der Preis für Silber am Pfingstmontag auf den tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gefallen. Eine Feinunze (31 Gramm) des Edelmetalls kostete zeitweise nur noch 20,90 Dollar und damit so wenig wie zuletzt Ende September 2010. In Euro gerechnet war Silber damit zu Wochenbeginn 16,30 Euro wert. Das ist der niedrigste Stand seit Anfang Oktober 2010.

Seit Anfang April, als am Edelmetallmarkt ein scharfer Preisverfall eingesetzt hatte, hat Silber Börsen-Chart zeigen etwa ein Viertel seines Werts verloren. Gold Börsen-Chart zeigen, von dem der Einbruch ausgegangen war, hat in der gleichen Zeit etwa 15 Prozent seines Werts eingebüßt. Rohstoffexperten erklären den stärkeren Verfall des Silberpreises vor allem damit, dass Silber starke Verwendung in der industriellen Herstellung etwa von Elektronikprodukten findet.

Der Silberpreis reagiert damit stark auf konjunkturelle Entwicklungen. Zuletzt hatte sich insbesondere das Wachstum des rohstoffhungrigen China spürbar abgeschwächt. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft der Eurozone seit nunmehr eineinhalb Jahren in der Rezession feststeckt. Das Wachstum in der weltweit größten Volkswirtschaft USA hat sich zwar stabilisiert. Der Ausblick bleibt angesichts staatlicher Ausgabenkürzungen aber verhalten.

Als wesentlicher Treiber des Preisverfalls bei Silber gilt aber die Entwicklung am Goldmarkt. Nachdem der Goldpreis Anfang April so stark wie seit dreißig Jahren nicht mehr eingebrochen war, hatte sich die Lage zwischenzeitlich stabilisiert. In den letzten Tagen ging es aber weiter bergab. Ausschlaggebend ist vor allem das deutlich geringere Interesse professioneller Anleger. Die Nachfrage nach Goldmünzen und -barren ist indes nach wie vor hoch.

mahi/dpa-afx

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH