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06.05.2013
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Altersvorsorge
Die "gefühlte" Rentenlücke

Von Lutz Reiche

Andere Aufgaben: Wer mit der Arbeit länger aussetzt, etwa für Kindererziehung, zahlt keine Beiträge in die Rentenkasse und wird im Alter weniger Rente beziehen
DPA

Andere Aufgaben: Wer mit der Arbeit länger aussetzt, etwa für Kindererziehung, zahlt keine Beiträge in die Rentenkasse und wird im Alter weniger Rente beziehen

Wie viel Geld brauchen wir im Alter, um damit zufrieden zu sein? Rentner antworten, ein Professor rechnet. Am Ende steht eine ganz erstaunliche Zahl. Wenn sie stimmt, hätten künftig wohl noch mehr Menschen im Alter ein Problem.

Hamburg - Was wünschen sich Rentner und Ruheständler? Gesundheit, natürlich. An Geld soll's auch nicht fehlen, niemand will im Alter von der Hand im Mund leben. Aber wie viel Geld? Wer Menschen zwischen Renteneintritt und dem 75. Lebensjahr befragt, erfährt dabei Überraschendes.

Entgegen bisherigen Annahmen sollen nämlich nicht 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern. Die Menschen müssten über rund 87 Prozent ihres letzten Salärs verfügen, um ihren Lebensabend zufrieden verbringen zu können, wie eine Studie der Uni Bochum im Auftrag der Investmentgesellschaft Fidelity feststellt. Die Rentenlücke wäre demnach größer als bislang angenommen.

Martin Werding, Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen, hat für die Untersuchung Daten des sozio-ökonomischen Panels des DIW ausgewertet, einer repräsentativen Längsschnittbefragung von 20.000 Menschen in 11.000 deutschen Haushalten. Der Wissenschaftler glaubt, damit die viel zitierte Vorsorgelücke erstmals empirisch genau beziffern zu können.

Aussagen über den finanziellen Bedarf im Alter beruhten bislang auf Annahmen oder Schätzungen und entbehrten damit einer empirischen Basis, sagt Werding. "Die Fachwelt leitete diesen Bedarf entweder theoretisch ab oder gab ihn willkürlich vor."

Konsumverhalten in die Analyse nicht geflossen

Banken und Versicherer wissen, dass Verbraucher ihren Aussagen zum Vorsorgebedarf misstrauen. Zu Recht, denn sie leben vom Verkauf der Vorsorgeprodukte. Deshalb beauftragt die Branche um ihrer Glaubwürdigkeit willen immer wieder externe Lehrstühle und Institute, Studien zum Vorsorgeverhalten und -bedarf zu erstellen. Im Einzelfall rufen diese Arbeiten, etwa des von der Branche finanzierten Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA), auch Kritik hervor.

Mit einer gewissen Distanz sollte man auch dem jetzigen Befund einer deutlich größeren als bislang angenommenen Vorsorgelücke begegnen. Denn aus dem alleinigen Grad der Zufriedenheit von Rentnern mit ihrem Alterseinkommen eine Rentenersatzquote abzuleiten, ist nicht unproblematisch.

So räumen die Studienautoren der Uni Bochum ein, dass konkrete Daten zum Verbraucher- und Konsumverhalten der Rentnerhaushalte in die Analyse nicht eingeflossen sind. Das soll in einem zweiten Schritt erfolgen, um dann einen genaueren Aufschluss über die konkreten Bedarfe und Lebensverhältnisse dieser Haushalte zu erfahren. Und es liegt auf der Hand, dass Rentner mit sehr geringen Altersbezügen auch dann mit ihrer finanziellen Lage nicht zufrieden sein dürften, wenn sie über 87 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens verfügten.

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