Dienstag, 26. Juli 2016

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Anlageskandal Alle S&K-Fonds melden Insolvenz an

Ausriss einer S&K-Fondspräsentation: Von den sechs Pleiten sind mehr als 100 Millionen Euro Anlegergelder betroffen

Im S&K-Anlageskandal gab es schon einige Firmenpleiten, doch dies trifft die Anleger besonders hart: Sämtliche Fonds, in die die mutmaßlichen S&K-Opfer ihre Gelder eingezahlt haben, haben jetzt Insolvenzantrag gestellt. Mehr als 100 Millionen Euro von Investoren sind in Gefahr.

Hamburg - Die Nachricht überrascht zwar kaum, dürfte aber Tausende Anleger dennoch schockieren: In Hamburg haben jetzt sämtliche Immobilienfonds, deren Gelder für die Geschäfte der Frankfurter S&K-Gruppe bestimmt waren, Insolvenz beantragt. Das bestätigte der Hamburger Rechtsanwalt Michael Kuleisa gegenüber manager magazin online.

Kuleisa ist als Insolvenzverwalter für Firmen der United Investors Gruppe tätig, die bereits im März Insolvenz beantragt hatte. United Investors hatte die fraglichen insgesamt sechs Pleitefonds in Kooperation mit S&K auf den Markt gebracht.

Als vorläufige Insolvenzverwalter der nun betroffenen Beteiligungsgesellschaften sind die Hamburger Anwälte Jens-Sören Schröder sowie Achim Ahrendt tätig. Anleger hatten in die insgesamt sechs Fonds nach Informationen von manager magazin online zusammen rund 105 Millionen Euro eingezahlt, und zwar in dieser Aufteilung:

  • Deutsche S&K Sachwerte (Anlegergelder: rund 38,7 Millionen Euro)
  • Deutsche S&K Sachwerte 2 (rund 28,2 Millionen Euro)
  • Deutsche S&K Sachwerte 3 (vermutlich noch keine Gelder)
  • S&K Investment (4,8 Millionen Euro)
  • S&K Investment Plan (50.000 Euro)
  • S&K Real Estate Value Added (rund 34 Millionen Euro)

Die Aussichten der Fondsanleger, etwas von ihrer Einlage wiederzusehen, dürften sich nun deutlich verschlechtert haben. "Die Chancen der Investoren auf Rückzahlung von Geldern aus den Fondsgesellschaften selbst dürften spätestens nach den Insolvenzen der Fonds gleich Null sein", sagt Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei Göddecke aus Siegburg. "Es bleibt jedoch die Möglichkeit der persönlichen Haftung der verantwortlichen Personen und der Zugriff auf deren Vermögen."

Bei den 105 Millionen Euro handelt es sich indes noch nicht um die volle Summe der vom S&K-Skandal betroffenen Anlegergelder. Hinzu kommt ein zweistelliger Millionenbetrag, der über die Regensburger Firmen Asset Trust AG sowie Deutsche Sachwert Emissionshaus AG floss. Die beiden Firmen sind ebenfalls schon insolvent (siehe Kasten links). Zudem dürften auf weiteren Wegen Gelder in die S&K-Unternehmensgruppe geschleust worden sein.

Zum Hintergrund: Gegen Verantwortliche der Frankfurter S&K-Gruppe wird wegen des Verdachts auf Anlagebetrug im großen Stil ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist durch ein sogenanntes Schneeballsystem Tausenden Investoren ein Schaden in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe entstanden. Das Geld sei für den exzessiven Lebenstil der Beschuldigten verwendet worden. Von Letzteren war bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu bekommen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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