Freitag, 29. Juli 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Fondsanbieter Ex-Branchengröße DCM ist pleite

DCM-Sitz in München: Das Emissionshaus ist insolvent

Die DCM AG in München zählte einst zu den führenden Emittenten für geschlossene Immobilienfonds in Deutschland. Seit einiger Zeit jedoch häufen sich die schlechten Nachrichten. Nun ist offenbar der vorläufige Tiefpunkt erreicht: Das Unternehmen ist insolvent.

Hamburg/München - Das Fondsemissionshaus Deutsche Capital Management AG (DCM) ist pleite. Wie manager magazin online erfuhr, hat das Unternehmen beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Eine Sprecherin des Gerichts bestätigte die Information. Am 2. April sei von dem Unternehmen ein Eigenantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt worden, so die Sprecherin. Ein Sprecher von DCM wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

DCM wurde 1986 gegründet und gehörte früher zu den großen Anbietern geschlossener Immobilienfonds in Deutschland. Das Emissionshaus hat eigenen Angaben zufolge Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 4,7 Milliarden Euro aufgelegt. Das von Anlegern eingezahlte Kapital beläuft sich demnach auf insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro. Zur Angebotspalette von DCM gehörten im Laufe der Jahre Medienfonds, Transportfonds, Energiefonds und andere. Hauptaugenmerk legte das Unternehmen auf die geschlossenen Immobilienfonds.

Bereits seit einigen Wochen sorgte DCM für negative Schlagzeilen. Im Zusammenhang mit der Razzia gegen die Immobilienfirma S&K aus Frankfurt, die unter schwerem Betrugsverdacht steht, wurden auch Räumlichkeiten zweier ehemaliger DCM-Töchter in München durchsucht. Die beiden Firmen waren zuvor von DCM an S&K verkauft worden.

Daneben gab es Spekulationen um Unregelmäßigkeiten bei DCM-Immobilien. Das "Fondstelegramm" berichtete beispielsweise im Januar kritisch über Vorgänge beim bereits insolventen Fonds "Fuggerstadt-Center Augsburg". Zuletzt berichtete der Onlinedienst zudem über das merkwürdige Verschwinden des DCM-Vorstandschefs Pawel Miller sowie die Pläne des Hauses, vorerst keine weiteren Fonds mehr aufzulegen.

Schon 2007 geriet DCM in die Kritik, als die Immobilien aus vier Fonds in die inzwischen börsennotierte Prime Office AG überführt wurden. Die Anleger der Fonds seien bei dem Deal übervorteilt worden, lautete der Vorwurf.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH